Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
Entstehung
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Ems, Kurgarten. 211

46,6⁰0 C., das Kränchen mit 35,809, der Fürstenbrunnen mit 39,4, der Kaiserbrunnen mit 28,59, dieser besonders als Trink- quelle beliebt, der Wappenbrunnen mit 35⁰, die neue Quelle mit 50⁰0 C. Alle entspringen in dem Königl. Kurhause aus dem Felsen mit Ausnahme der neuen Quelle, welche am linken Lahnufer in einem 5 Meter tiefen Schacht zu Tage tritt. In Privatbesitz befinden sich die Römerquellen auf dem linken Lahnufer, Eigentum des Herrn C. Rücker, sowie die einer Aktiengesellschaft gehörenden König-Wilhelms-Felsen- quellen, vier aus dem rechtsseitigen Felsen hervorsprudelnde Quellen, welche ebenfalls zum Trinken und Baden dienen.

Die Anlage von Ems ist dadurch bedingt, dass hier in das enge, von waldbedeckten, felsigen Anhöhen eingeschlossene Lahnthal zwei Seitenthäler münden, von Süden das enge Wald- thal des Braunebachs, von Norden das geräumigere des Ems- bachs. In die Oeffnung des ersteren schiebt, sich das soge- nannte Spiess-Ems, welches sich am linken Lahnufer am Puss des Malbergs als neues Villen-Viertel mit hübschen An- lagen entlang zieht; das eigentliche Bad-Ems zwängt sich langgestreckt von der Bäderlei bis zur Emsbachmündung auf der vechten Seite zwischen Berg und Fluss, während Dorf- Ems das untere Thal des Emsbachs füllt. Die drei Ortschaften bilden eine Stadtgemeinde, deren Verbindung durch vier Brücken über die Lahn vermittelt wird.

Wer mit der Bahn kommend der Bäderstadt einen vor- übergehenden Besuch abstatten will, geht vor dem in Spiess- Ems gelegenen Stationsgebäude durch die Bahnhofstrasse nach der Bogenbrüche, von der man einen hübschen Blick auf die gesamten Badeanlagen geniesst; pesonders abends, wenn die zahllosen Lichter im Strome sich spiegeln, ist das Bild ein überaus reizvolles. Jenseits der Brücke trifft man auf die Strasse, welche rechts nach Dausenau führt, zunächst auf der Bergseite von Häusern begleitet, welche vor den steil- abstürzenden Felsen nur mühsam Platz gefunden, links als wohlgepflegte Allee zu dem Kurhause leitet. Dieses ist mit dem Kursaal durch eiserne Kolonnaden verbunden; auf der einen Seite derselben sind zahlreiche, elegante Läden ange- pracht, während auf der anderen nach dem Flusse zu bereits die Kuranlagen beginnen, von denen die Gitterbrücke nach dem Neuen Badehaus hinüberführt. Vor dem Musiktempel er- innert eine Marmorplatte mit der Inschrift13. Juli 1870, 9 Uhr 10 Min. Morgens an die bekannte Begegnung zwischen König Wilhelm und Benedetti. Der 1839 errichtete Kursaal, auf drei Seiten vom Kurgarten umgeben, enthält eine Anzahl glänzend eingerichteter Säle, ein reiches Lesekabinet und, eine vornehme Restauration nebst Café. Jenseits des Kur-

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