212 Ems, Winterberg.
gartens führt eine gedeckte Wandelbahn(zum Gebrauch der Kurgäste bei schlechtem Wetter) am Lahnufer abwärts, zu beiden Seiten begleitet von schattigen Alleen, die weiterhin künstlerisch arrangierte Blumenbeete einfassen. Am Ende des- selben erhebt sich ein in karrarischem Marmor von Proſfessor Otto in Berlin ausgeführtes Denkmal Kaiser Wilhelms I., wel- ches den alten Herrn in Civilkleidung, wie er im Bade zu weilen pflegte, zur Darstellung pringt. Auf der Rückseite steht das von E. v. Wildenbruch verfasste Distichon:„Hier, wo so oft er von Thaten geruht, um zu Thaten zu schreiten, hielt sein dankbares Ems liebend für immer ihn fest“. Wo die Anlagen, welche neben dem Hotel zu den Vier Türmen den Hintergrund zu diesem Denkmal bilden und in ihrer Ver- längerung bis zum Emsbach reichen, von der Strasse durch- schnitten werden, steht die neue katholische Kirche, bei wel- cher die dritte, die Kaiserbrücke, über den Fluss führt und Gelegenheit giebt, auf der andern Lahnseite zurückzukehren. Die vierte noch weiter abwärts gelegene Remy-Byicke dient zugleich als Ueberleitung der aus dem Emsbachthal kommen- den Hüttenbahn, die bei der Silberau in die Hauptbahn mündet. Von der Kaiserbrücke wendet man bei der Villa Quisisana in die schattige König-Wilkelms-Allee, an der die 1876 nach Plänen von Goldmann erbaute, sehenswerte russische Kirche liegt. Von ihr gelangt man durch schöne Anlagen in 10 Min. zum Bahnhof zurück.
Ueberaus reich ist Ems an reizvollen Promenadewegen und schattigen und wohlgepflegten Waldspaziergängen, die meist zu lohnenden Aussichtspunkten und malerischen Fels- partien führen.
Auf der linken Lahnseite führt ein Spaziergang in einer halben Stunde auf den Winterberg. Vom Bahnhof geht man über die Schienen und dann links biegend zur alten katholischen Kirche, biegt kurz vor derselben rechts und gelangt in kurzer Zeit auf den schattigen Waldweg, der in bequemen Anstieg zu der 222 m hohen Kuppe führt. Von dem auf den Grund- mauern des römischen Wachtturms aufgeführten Aussichtsturm hat man eine schöne Aussicht auf das obere Ems und das Lahnthal. Daneben Restauration. Eine Stunde erfordert der Aufstieg zum Malbergturm, der den Gipfel des Malbergs, 333 m, krönt. Mannigfach, aber immer bequem durch schönen Wald bergan steigend, sind die Wege, die hinauf- führen. Den Anstieg wählt man entweder von der BPrau- bacherstrasse bei dem Hause Spaa durch die Kirschenallee, oder von der am Fuss des Malbergs gelegenen englischen Kirche über die Restauration zum Schweizerhäuschen, oder von der weiter abwärts gelegenen Restauration zur Lindenbach, einer


