200 Das Jammerthal.
ginnt wieder die schroffe Felsbildung zur Rechten, man muss auf Schiefertreppen zur Höhe steigen, wenn man nicht den hier ziemlich tiefen Bach durchwaten will; um eine Felsnase herum tritt man in einen herrlichen Thalkessel, der von hohen Waldrücken eingefasst ist. Rin kaum sichtbarer Pfad führt durch die Wiese abwärts, dem man bis zur Reifenmühle folgen kann, dann aber sucht man wieder den Bergpfad zur Rechten, der allerdings, obgleich gezeichnet, von ziemlich halsbreche- rischer Beschaffenheit ist und an die schlimmsten Alpenpfade erinnert. In etwa 10 Min. erreicht man die Neuwagen Mühle, wo man ein Glas Milch erhalten kann. Die nächste Mühle abwärts, Waldschmidts Mühle genannt, ist fast ½¼ Std. entfernt. Anfangs weist das Thal einen lieblichen Charak- ſter auf, bald aber gewinnen wieder die schrofferen Formen die Oberhand. Besonders fesselt den Blick ein von rechts scharf vorstossender, von einer Lhöheren Wand überragter Berg- (kegel, welcher den Bach zwingt, eine weite Schlinge (zu machen. Jenseits desselben ““ steigen auch die Berge zur Partie aus dem Jammerthal. Linken schroffer und höher auf und zeigen teilweise
Schieferschotterfelder, welche den Baumwuchs unterbrechen. Bei Waldschmidts Mühle, bis wohin man vom Eintritt ins Thal bei der Haarmühle etwa 2 Std. gebraucht, geht das eigent- liche Jammerthal zu Ende, und in dem durch den Zufluss des von Süden kommenden Hasenbachs erweiterten Grunde liegen zahlreiche Mühlen. In der dritten, der Attenhüuser Mittel- mühle, kann man Erfrischungen haben. Unterhalb derselben über- schreitet man den Bach auf einem sehr primitivem Stege und hält sich auf dem linken Ufer bis zur letzten, der Neubäcker Mühle, über deren Hof man geht, um auf das rechte Ufer zu- rückzukehren. Man folgt auf kurze Strecke dem Altenhäuser Wege, biegt aber bei der Rechtswendung in den sich nach links abzweigenden, übrigens deutlich gezeichneten Pfad, welcher stellenweise freilich durch Steine und Gestrüpp unbequem ist, bald aber die Mühe des Wanderns reichlich lohnt. Denn es treten von beiden Seiten Felspartien von solcher Wucht und


