Von Arnstein nach Nassau. 201
Grossartigkeit an den breiter werdenden Bach, dass sie den wildesten Partien des Jammerthals nichts nachgeben, nur dass der Lauf desselben nicht mehr so gewunden ist. Eine grössere Schlinge bildet es nur noch einmal. Kurz vor derselben, nach einer Wanderung von etwa 40 Min. von der Mittelmühle an gerechnet, geht man auf einem Stege über den Bach, dann quer durch die Wiese in den Wald, hüte sich aber, von dem Waldwege rechts zum Bache abzubiegen. Es fehlen gerade hier die Zeichen. In einer guten halben Stunde erreicht man über den Klosterberg die Arnsteiner Mühle, doch kunn man sich auch im Thale am Waldrande halten.
22,8 km Bahnhof Nassau, Höhe über N. N. 88,6 m, Halte- stelle für alle Schnellzüge.
Die Bahn geht unterhalb Obernhof auf das rechte Lahnufer, schneidet die Halbinsel, welche der Fluss bildet, mittelst zweier durch das Gelbachthal getrennter Tunnel ab— zwischen beiden hat man einen hübschen, aber flüchtigen Blick auf Schloss Langenau— und kürzt die abermalige Südwendung der Lahn durch einen dritten Punnel. Die Landstrasse, welche oberhalb Obernhof auf dem Berggrat entlang läuft, senkt sich in ihrer Südwendung allmählich zu Thal, trifft kurz vor der Gelbach- mündung mit dem von Obernhof führenden Thalwege zusammen und folgt auf der rechten Lahnseite den Krümmungen des Flusses. Da sie indes ziemlich schattenlos ist, wählt der Wanderer besser den meist durch Wald führenden, reizvolleren Weg auf der linken Flussseite. Wenn man von der Arnsteiner Mithle den Klosterberg hinansteigt, steht man vor der Aussen- pforte des Klosters einer dreifachen Wegeteilung gegenüber. Links senkt sich ein Weg den blauen Kugeln nach zum Dörsbachthal hinunter, der mittlere steigt ziemlich steil zur Hochebene auf- wärts und führt nach dem auf derselben gelegenen grossen Dorfe Singhofen, unterwegs Gelegenheit bietend, einen über- raschend schönen Aussichtspunkt in das Dörsbachthal zu ge- winnen, indem man kurz vor dem Saalscheider Hof den Pfad links in den Wald einschlägt, der rechts sich abzweigende, mit grünen Strichen gezeichnete geht, nach Nassau. LZuerst hält sich derselbe auf der halben Höhe der Berglehne und gestattet von Zeit zu Zeit hübsche Durchblicke auf das gegen- über liegende Schloss Langenau, später auch auf Arnstein und den Goethepunkt. Aus dem Walde tretend geht man ein Stück Wegs über offenes Feld und kommt in ein kleines Wiesen- thal, wo bei einem versprengten Felsen mehrere Mühlen und Gehöfte liegen. Zur Rechten sieht man jenseits der Lahn die Gebäude der Elisenhülte. Der Pfad tritt wieder in schönen Buchenwald und hält sich über der Lahn, die ein Wehr bildet; jenseit des Tunnelausgangs auf der andern Flussseite


