Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
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198 Katzenelnbogen, Dörsbachthal.

Zu den interessantesten und lohnendsten Ausflügen, die das Lahnthal mit seinen Seitenthälern zu bieten vermag, gehört eine Wanderung durch das Dörsbachthal von Katzeneln- bogen bis Arnstein, die allerdings mit Zu- oder Abgang einen Tag in Anspruch nimmt und nur bei trockenem Weftter zu empfehlen ist. Man unternimmt dieselbe aus verschiedenen Gründen am vorteilhaftesten von Diez aus, indem man nach Zollhaus mit der Bahn fährt, von dort nach Katzenelnbogen zu Fuss geht, um von hier aus die Thalwanderung zu unter- nehmen, die dann in der Arnsteiner Mühle ihren Abschluss findet. Erleichtert wird die Tour wesentlich durch die Bahn von Zollhaus über Katzenelnbogen nach Nastätten und St. Goarshausen.

Vom Bahnhof Zollhaus folgt man der Poststrasse, welche durch blaue Striche bezeichnet, bei der Wirtschaft von Dem- bach rechts in ein kleines Seitenthal der Aar und in 1 Std. 25 Min. nach dem 7 km entfernten Katzenelnbogen führt. Anfangs steigt sie das hübsche Wiesenthälchen hinauf, welches zu beiden Seiten von schönem Buchenwald eingefasst ist, und tritt nach 15 Min, ganz in den Wald, wo sie verschiedene Kalksteinbrüche berührt. Am Ausgange des Waldes nahe der Wasserscheide liegen bedeutende Brauneisensteingruben, zum Teil der Gesellschaft Vulkan gehörig, die ihre Förderungen in Zollhaus verlädt. Von der auf der Höhe gelegenen Wirt- schaft von Th. Hofmann an senkt sich die Strasse langsam und stetig über freies Feld nach Katzenelnbogen hinunter. Am Eingange des Ortes links das Amtsgericht, rechts die Nervenheilanstalt von Dr. Diehl.

Katzenelnbogen, Hotel Bremser, recht gut, auch Pen- sion) ist ein am Dörsbach gelegener Flecken mit etwa 1200 Kinw., Sitz eines Kgl. Amtsgerichts, einer Obenförsterei und ver- schiedener Anstalten. Das alte Schloss, zum grössten Teil Ruine, zum Teil bewohnt, liegt beherrschend über dem Orte, entbehrt aber jeglichen Kunst- und baulichen Interesses. Die frühere Ausdehnung desselben erkennt man auf einem Stahl- stiche im Gastzimmer des Hotel Bremser. Ebenda wird auch eine Landkarte vom Jahre 1745 gezeigt, welche die zahl- reichen und durcheinander gewürfelten Territorien in der Gegend zwischen Fhein, Lahn, Emsbach und Wisper aus jener Zeit in vorzüglicher Weise zur Anschauung bringt.

Die Burg wird 1102 zuerst genannt und war wahrscheinlich nicht lange vorher auf einem dem Kloster Bleidenstadt gehörigen gehörigen Felsenhügel erbaut worden. Die Herrn von Katzeneln- bogen, welche 1140 den Grafentitel annahmen, waren im westlichen Taunus, sowie jenseit des Rheins und Mains reich begütert. Als der Mannesstamm im Jahre 1479 mit dem Grafen Philipp aus-