196 Das Gelbachthal.
schild, welches allerdings wenig in die Augen fällt, manchmal auch ganz abgerissen ist. In 5 Min., von Obernhof im ganzen 25, erreicht man den Pavillon, von dem man einige Schiefer- stufen zu einer mit Bänken versehenen, geräumigen Terrasse abwärts steigt. Mag nun das oben erwähnte Wort Goethes sgefallen sein oder nicht, jedenfalls ist die Aussicht in das vielgewundene grüne Wiesenthal des Gelbachs mit seinen Waldrändern, in das scharfgerissene Lahnthal, welches sich durch die Wälder der Hochebene hindurchgräbt, auf das Kloster Arnstein mit den es umkränzenden Höhen, während zu Füssen die Dörfer Obernhof und Weinähr sich lagern, gerade in ihrer Beschränktheit und Geschlossenheit eine unvergleichliche. Will man nach Obernhof zurück, so steige man von der vorderen Seite der Terrasse einige Stufen abwärts; man gelangt dann links auf einen schmalen Pfad, der durch nied- rigen Wald auf die Nassauer Strasse stösst. Dieselbe führt rechts auf der Höhe des Berggrats entlang, so dass man einen hübschen Blick auf Weinähr zur Rechten, Obernhof zur Linken hat.
Sehr bequem lässt sich indessen mit dem Besuch des Goethepunktes ein Abstecher in das reizende Gelbachthal verbinden. Man kehrt vom Parillon auf dem ersten Wege zur Strasse nach Holzappel zurück, die man den blauen Punkten nach aufwärts weiter verfolgt. Sie führt meist durch schönen Buchenwald in etwa einer halben Std. zu dem Dorfe Charlottenberg, einer Gründung der Fürstin Oharlotte von Sehaumburg, deren Denkmal am Eingange des Ortes steht. Links an diesem vorbei die Dorfstrasse einschlagend, biegt man nach dem fünften Hause links in einen Fussweg, der an einem Brunnen vorbei zu einer Waldschlucht leitet, und steigt auf dem linken Rande derselben ziemlich steil abwärts. Nach etwa 20 Min. erreicht man angesichts der Bruchhäuser Mühle das Thal. Leider führt kein Pfad durch die Wiesen abwärts; man überschreitet daher den Bach auf dem unterhalb der Mühle gelegenen Stege, geht 20 Schritte rechts und biegt den Pfad links in den Wald, der über dem Thalrande in kurzem in einen Fahrweg mündet. Diesem folgt man derartig, dass man sich bei Wegverzweigungen möglichst nahe dem Wald- rande über dem Thale hält; in etwa einer Stunde kommt man über den in einer Lichtung erbauten Eschenheimer Hof zu der im Thal gelegenen Weinährer Hütte. Die Ausblicke, die man von Zeit zu Zeit ins Gelbachthal hat, auf die bewaldeten Bergzungen, die sich voreinander schieben, auf die Bergkuppen, die sich mitten ins Thal legen, am Fuss umzogen von dem grünen Wiesenbande, sind zum Teil von ausserordentlicher Schönheit und Eigenart.


