Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
Entstehung
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Die Laurenburg, Obernhof. 191

bunden. Stromabwärts erblickt man die Aufbereitungswerke für die in der Gegend gewonnenen Silber- und Bleierze, Eigen- tum der Rheinisch-Nassauischen Aktiengesellschaft. Die sor- tierten Blenden und Erze gehen von hier nach Stollberg zur Verhüttung, monatlich 100 bis 120 Waggons. Ueber dem Orte hängt auf dem steilen Felsen, welcher zwischen Lahn und dem von Norden her mündenden Holzappeler Thal vorstösst, ein einsamer Bergfried, der letzte Rest der alten Laurenburg, des Stammsitzes des Nassauischen Hauses.

Die erste Erwähnung der wohl noch älteren Burg findet sich in der Stiftungsurkunde der Abtei Laach vom Jahre 1093, in der ein Graf Dudo von Laurenburg vorkommt. Im Anfange des 12. Jahrhunderts erbaute das Geschlecht die Burg Nassau, von der es seit etwa 1160 den Namen annahm. Die Burg blieb ge- meinsames Eigentum der verschiedenen nassauischen Linien, zerfiel aber schon während des 30 jährigen Krieges.

Der Aufstieg führt vom Gasthaus zur Laurenburg die Trepden aufwärts, hinter der der Aktiengesellschaft gehören- den Kegelbahn herum; derselbe ist langwierig und wenig lohnend, da weder vom Pfade noch oben sich Aussicht bietet, der alte fünfeckige Turm aber, welcher das Felsplateau des ehemaligen Schlosses gegen die östliche Angriffsseite deckt, nur auf Leitern zugänglich ist.

Kurz oberhalb Laurenburg mündet von Süden das an- ziehende Ruppbachtahl, durch welches von der Station aus eine gute Strasse sich nach Klingelbach und Katzenelnbogen, für den Fusswanderer in etwa 2 ½ Std., hindurchzieht. Ausser den Diabaswerken, Mühlen, Schiefergruben u. a. trifft er keine menschlichen Anlagen. Lohnend ist eine Wanderung vom Bahnhof Laurenburg nach der Schaumburg. Man geht die genannte Strasse lahnaufwärts, biegt mit ihr nach ½ Std. rechts in das Ruppbachthal, nach etwa 25 Min. links den schwarzen Kugeln nach, welche in etwa 1 ¼ Std. über Wasen- bach zum Thalhof am Fusse der Schaumburg führen, wo man entweder auf den oben beschriebenen Wegen zur Schaumburg hinauf oder nach Palduinstein hinunter gehen kann.

18,4 km Haltestelle Obernhof, Höhe über N. N. 97,6 m. Die Bahn hält sich wie bisher auf dem linken Lahnufer und macht, nachdem sie abwärts einen kurzen Tunnel durchfahren, alle Krümmungen des Flusses mit bis auf eine, die sie kurz vor Obernhof mit einem längeren Tunnel durchstösst. Die Berge ragen auf dieser Strecke über dem Lahnufer am mäch- tigsten auf und engen es so ein, dass für Flusswiesen nur selten Raum bleibt. Daher nicht die Lieblichkeit des Geilnauen Thals, indes sind die Scenerien grossartiger. Anfangs führt