Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
Entstehung
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190 Geilnau, Laurenburg.

Geilnau, einer der zahlreichen berühmten Brunnenorte Nassaus. Man lässt sich gegenüber dem Stationsgebäude von Balduin- stein auf der Fähre über die Lahn setzen, vom Schiff aus herrlicher Rückblick auf die Schaumburg, welche im Berg- ausschnitt liegt und folgt stromabwärts dem durch rote Striche bezeichneten Wege, welchen man durch den Fuss- pfad über die Wiesen etwas abkürzen kann. Rechts zeigen sich sogar einige Weinberge. Nach etwa 40 Min. gelangt man an das einsam gelegene Verwaltungshaus, vor welchem links nach dem Flussufer zu das Quellenbassin sich be- findet. Dasselbe ist geschlossen und wird auf Verlangen von einer in einem Nebengebäude wohnenden Frau geöffnet. In dem Bassin sprudeln 2 Quellen, die links gelegene schwefel-, die rechte kohlensäure- und eisenhaltig. Die Quellen sind ebenfalls vom Staate an die Firma Siemens& Co. in Berlin verpachtet, doch wird die Füllung des Wassers, welches an Heilkraft die anderen übertrifft, nur auf Verlangen vorgenom- men, weil der Gesellschaft die Ausbeute des Fachinger Brun- nens lohnender und bequemer ist, dann aber, weil das Geil- nauer Wasser beim Einfüllen durch Zutritt der atmosphärischen Luft in der Flasche gelblichflockig wurde. Indessen hat In- spektor Blume, der technische Leiter des Unternehmens, eine Klärmethode gefunden, bei der durch Verhütung des Eintritts der äusseren Luft diesem Uebelstande abgeholfen wird.

Wer nicht nach Balduinstein zurückkehren will und sich scheut, die von Westen vorstossende lange Bergzunge, welche von der Lahn umflossen wird, auf dem Leinpfade zu umwan- dern, kann auf kürzerem Wege von Geilnau über das auf der Höhe gelegene Dorf Scheid nach Laurenburg gehen. Nachdem man das etwa 10 Min. unterhalb der Brunnenanlage gelegene Dorf passiert, hält man sich auf dem Wege, der am oberen Wiesenrande entlang führt, bis zum Lahnknie, wo der Wiesenweg gegen den Berg stösst. Der Pfad setzt sich steil aufwärts durch Niederholz fort, kreuzt innerhalb 6 Min. drei- mal den Fahrweg, dem man beim vierten Mal nach links folgt. Nach 5 Min. erreicht man die Höhe des Plateaus mit freiem Ausblick über die Lahn nach beiden Seiten, die Schaumburg im Hintergrunde. Nach 3 Min. trifft man auf die Strasse von Holzappel, der man nach links folgt. Jenseits des Dorfes, dessen grösster Teil rechts liegen bleibt, windet sie sich in mächtigen Kehren zu Thal. Von der zweiten Kehre aus kann man auf einem Fusspfad, welcher beim eisernen Geländer nach rechts abzweigt, der alten Burgruine einen Besuch abstatten-.

Das Dorf Laurenburg(Gasthaus zur Laurenburg) liegt in malerischer Thalenge auf dem rechten Lahnufer, mit dem gegenüber befindlichen Stationsgebäude durch eine Brücke ver-