Aarthal, Hahnstätten. 179
den Bahndurchlass nach dem grossen und wohlhabenden Dorfe Freiendiez führt und sich hier von der Limburger Landstrasse nach S. abzweigt, umfährt die Bahn, auf kurze Strecke den Bahnkörper Dicz- Limburg benutzend, diesen Ort in weitem Bogen, und durchläuft das schöne weite Wiesenthal, welches von flachen, meist Fruchtgelände tragenden Höhen ohne bedeutende Formen umrandet wird; nur auf dem linken Ufer tritt der Waldrand näher heran. An der rechten Thalseite, also für den von Diez Kommenden links, ragen auf vorspring- endem kahlen Felsen die mächtigen Trümmer der 1395 vom Grafen 4Adolf von Nassau-Dillenburg erbauten Burg Ardeck, welche während des 30jährigen Krieges zerfallen ist. Von oben schöne Aussicht.
4 km Haltestelle Flacht auf der rechten Aarseite, während der Ort auf dem entgegengesetzten Bachufer liegt. Das grosse Kirchdorf, in der Mitte der dorfreichen sogenannten goldenen Grafschaft, ist von altersher berühmt durch seine fetten Triften und schweren Fruchtfelder, deren Produkte seit frühen Zeiten die Fruchtmärkte von Diez speisten.
7 km Haltestelle Oberneisen, stattliches Dorf mit hübscher Kirchlage, ehemaliger Burgsitz der Herren von Nesen, welche denselben 1288 vom St. Albanstifte zu Mainz als Erblehen empfingen. Von der Burg ist nur noch eine hohe Mauer vor- handen. Der Ort wird 1092 zuerst erwähnt.
9 km Haltestelle Hahnstätten, stattliches Kirchdorf von 1100 Einw. mit schöner Kirche. Der Ort wird schon 790 erwähnt. Wirtschaften von Schnell, Nassauer Hof, Bierbrauerei von Heckelmann.
Bei dem Orte Schloss und Park des Freiherrn Marschall von Bieberstein; das Besitztum, früher Nassauische Domäne, wurde dem langjährigen und verdienstvollen Nassauischen Minister, Freiherrn Ernst von Marschall, † 1834, als Majorat vom Herzog Wilhelm zum Geschenk gemacht.
Sehr lohnend ist von Hahnstätten aus ein Ausflug auf das nahe gelegene Schloss Hohlenfels(Bahnstation der Linie St. Goaurshausen-Zollhaus), welches auf schönem Waldwege in etwa 50 Min. zu erreichen ist. Man geht von der Station Hahnstätten den roten Quadraten nach rechts über die Schienen die Strasse entlang, beim Nassauer Hof rechts, dann links. Nach dem letzten Hause steigt man bei den Schieferplatten den Fussweg rechts hinauf, der ziemlich steil aufwärts führt. Auf der Höhe zieht sich der vorzüglich gangbare Pfad immer den Zeichen nach durch Tannenbestand, dann Laubhochwald. Beim Austritt aus dem Walde schöner Blick aufs Schloss.
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