178 Oranienstein, Aarthal.
die Lahn vorgeschoben ist, ist für den Kommandeur reserviert, für Fremde aber zugänglich. Der Kalkfels, auf welchem der hübsche Aussicht lahnaufwärts gegen den Schafberg bietende Gartenpavillon liegt, führt den Namen„der Oranienstein“.
Biegt man aus dem Schlosse kommend rechts abwärts, so kommt man zum Mühlchen, einem für Sommerfrischler und Touristen empfehlenswerten Gasthaus an der Lahn, in welchem man gute Unterkunft findet. Pensionspreis 3,50 Mk. Das Haus, eine frühere Mühle, ist schon seit hundert Jahren in Besitz der jetzt darin wohnenden Familie. Vom Mühlchen kann man am Flusse entlang nach der Stadt zurückkehren, doch ist der Weg bei feuchtem Wetter nicht zu empfehlen. Oder man steigt die Treppen aufwärts zurück und schlägt dem Wegweiser nach die Chaussee nach Diez ein, die ent- weder rechts an der Bataillonskaserne vorbei, oder über den Ererzierplatz die schöne Doppel-Allee entlang bei schöner Aus- sicht auf die Kalkfelsen an der Lahn und die oben gelegene peterskirche auf gutem, selbst bei nassem Wetter festem Wege zur Oberstadt zurückführt. Man trifft, hier auf die alte Receptur und das Schloss.
Nüheres findet man in: Bossong, Das Aarthal. IIlustr. Führer, Preis 75 Pfg. Weniger, Sohloss Oranienstein. 1 Mk, sowie sonstige Litteratur, Karten etc. bei Ph. H. Mecke!, Buchhaudlung und Verlag in Diez.
— Das Aarthal.
Die Aar ist der dritte der grösseren dem Limburger Becken zuströmenden Wasserläufe, welches sie indes nicht mehr er- reicht; die Aar mündet in die Lahn, nachdem diese schon in die Felsengen eingetreten ist, und öffnet den Weg gegen den westlichen Taunus. Ihr Thal, von den dreien entschieden am schärfsten eingeschnitten, ist namentlich in seinem obern Teile reich an Naturschönheiten und malerischen Punkten, so dass es eine Wanderung durchaus lohnt. Zudem ist es von einer Bahn durchzogen, welche in Diez das Lahnthal ver- lässt und diesen Ort mit Langenschwalbach und Wiesbaden verbindet; im vorzüglich eingerichteten Wagen, die besonders auf das Geniessen der Aussicht berechnet sind, kann man daher, um Leit zu sparen, die minder interessanten Strecken nament- lich des untern Thales, wo dasselbe ziemlich breit ist und die Wälder weiter zurücktreten, durchfahren.
Wäͤhrend die Chaussee von der Bahnhofstrasse in Diez durch


