180 Aarthal, Hohlenfels.
Mitte des 14. Jahrhunderts wurde auf dem hohlen, zerklüfte- ten Kalkielsen die Burg, die daher wohl ihren Namen erhielt, auf Anlass des Grafen Johann I. von Nassau- Weilburg durch den Ritter Daniel von Langenau erbaut, aber unter beständigem Ein- spruch des Grafen Gerhard von Diez, der sich 1363 das Oeffnungs- recht auf der Burg erzwang. Als im Jahre 1604 die Herren von Mudersbach, in deren Besitz sie nach manchen Wirrungen gelangt war, ausstarben, kam sie an Hartmut von Cronberg, mit dem die einzige Tochter Elisa- beth vermählt war. Während des 30 jähri- gen Krieges mehrere Male hart mitgenom- men, war sie während mehr als sechzig Jah- ren unbewohnt, bis der letzte Cronberger, Johann Niklas, wel- cher unvermählt blieb, hier seinen Sitz nahm und daselbst auch 1704 verstarb. Sein Grab befindet sich in der Hahnstätter Kirche. Der neue Besitzer, Herr Hugo Waldecker von Kempt, dessen Wappen noch heute über dem äusseren Thore sichtbar ist, liess 1713 das jetzt noch bewohnte Schloss aufführen. Nach seinem Ende wurde es von Nassau-Usingen in Anspruch genommen und behauptet. Jetzt ist es, wie das im Thal gelegene Hofgut, staatlich.
Durch das Aussenthor, vor welchem eine prächtige Buche steht, gelangt man in den äusseren Zwinger, durch vier weitere stark bewehrte Thore in den Burghof, welcher sich über einer mächtigen, von zwei viereckigen Türmen flankierten und mit einem Wehrgang versehenen Schildmauer erhebt. Hinter der- selben ragt der fünfeckige Bergfried; der Zugang zu demselben ist allerdings unbequem, da die Treppen schmal und ausge- treten und zum Teil in der Mauerdicke des Turms angebracht sind. Dagegen ist der Ausblick von oben in das die Burg umziehende Wäldermeer ein entzückender, wenn auch grössere Fernsicht fehlt. Nur nach Nordosten weicht der Wald etwas hinter dem Fruchtfeld und Wiesenthal zurück. Die Wirtschaft befindet sich in den unteren Räumen des Schlosses und bietet Unterkommen für etwa 25 Logiergäste. Pensionspreis 3.50 Mk. Von hier prächtige Waldwanderung in 2 ½ Std. nach Schloss Schaumburg. Markierung rote Kreuze.
Den Rückweg wählt man am besten nach der Station
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Burg Hohlenfels.


