158 Limburg, Dom.
dem Hochaltar erblicken wir das Denkmal Konrad Kurzbolds, † 948, des Gründers der ersten Stiftskirche, die jedoch ihrerseits schon wieder auf einer älteren Anlage entstanden zu sein scheint. Es entstammt dem 13. Jahrhundert und ist wahrscheinlich von dem dankbaren Stifte in der neuerbauten Kirche errichtet worden, um das Andenken an den freigebigen Stifter nicht erlöschen zu lassen. Die Aufschrift auf der Vorderseite: Conradus D. S. F. H. E., welche die mannigfachsten Deutungen erfahren hat, dürfte, nach- dem festgestellt ist, dass er in verschiedenen Annalen als der Weise bezeichnet wird, am zwanglosesten erklärt werden: Conradus dictus sapiens, fun- ditor hujus ecclesiae(Konrad, genannt der Weise, Gründer dieser Kirche). Als ein goti- scher Turmbau besten Stiles fällt am Ende des Hauptschiffes das in einer Höhe von etwa 30 Fuss aus grauem Sandstein ausgeführte Sakramentshäus- chen entgegen, dessen zarte Formen jedoch durch aufge- tragene Kalk- und Oelfarbe überdeckt und des vollen Ein- drucks beraubt werden. Be- merkenswert ist endlich der links am Eingange stehende Taufstein, ein mächtiges, acht- eckiges, aus rauhem Sand- stein ausgeführtes Becken, getragen von einem quadratischen Sockel und acht romanischen Säulen, auf welche sich ebensoviele Gestalten in hebender und gedrückter Stellung aufsetzen. Das aus einem Stein her- ausgearbeitete, mit mannigfachen symbolischen Verzierungen ver- sehene Werk entstammt gleichfalls dem 13. Jahrhundert. Be- merkenswert sind ferner die in frühgotischem Stile ausgeführten Ohorstühle in der Apsis. Das Bildnis des Gründers der neuen Kirche, Heinrichs von Isenburg, befindet sich am Hauptportal oberhalb der Säulenstellung rechts, ihm gegenüber die Gestalt eines ruhigen, ernsten Mannes, in dem wir ohne Zweifel den Bau- meister des Werkes zu erblicken haben. Wenn sein Name aber auch nicht erhalten worden, so gilt doch von ihm mit Recht das Wort:
Dom zu Limburg.
Des Baumeisters Name ist unbekannt, Man findet seines Gleichen nicht in dem Land.


