Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
Entstehung
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Dehrn. 153

Kilbinger. Bei dem Orte finden sich Kalkwerke und Phosphor- industrie, über demselben das Schloss des Freiherrn von Dungern, welches in die alte Burglage eingebaut ist. Von der Dorf- strasse steigt man, da der Hauptweg durch ein Gitterthor gesperrt ist, den Fusspfad in die Höhe, der zunächst zu den Wirtschaftsgebäuden führt. An dem Gewächshaus mit schönem Obstgarten vorbei gelangt man in den Park, in dessen Hinter- grunde das leider nicht zugängliche Schloss sich über dem Thal erhebt. Man geniesse daher die Aussicht auf die Lahn und das Limburger Becken vom Aufstieg aus, wenn dieselbe auch nicht mit der vom Turm und der Schloss- terrasse zu verglei- chen ist.

Ein Burgmann Henricus Frio de Derne wird schon 1190 ur- kundlich erwähnt, doch gehörte die Burg bis ins 15. Jahrhundert den Grafen von Diez und noch 1492 wird sie ls WeBe eine Diezer Landesburg Schloss Dehup. erwähnt Allmählich aber gelangten die Freien von Dern in den Besitz derselben, der nach Aussterben des Geschlechts 1737 an den Herrn von Greifenclau überging. Durch den vorletzten Besitzer, Herrn Trombetta, ist die Burg wieder hergestellt worden. Von der alten Burg sind noch vorhanden der runde Bergfried und das südlich sich anschliessende rechteckige Wohngebäude im Ueber- gangsstil des 13. Jahrhunderts.

Von Dehrn verfolgt man entweder die auf der rechten Lahnseite laufende Strasse, die in 20 Min. nach Dietkirchen führt, oder man benutzt das zwischen Dehrn und Limburg verkehrende Dampfboot, welches in Dietkirchen anlegt. Letz- tere Fahrt ist bei schönem Wetter anzuraten, da man vom Schiffchen einen hübschen Rückblick auf Dehrn hat, besonders aber die Aussicht auf den schroff aus dem Fluss ansteigenden, von der Kirche gekrönten Felsen von Dietkirchen ein ebenso geschlossenes wie reizvolles Bild gewährt Man sieht nur Fels, Kirche und Fluss.

Das zweitürmige, weit ins Land hinausschauende Gotteshaus gilt als die älteste Kirchenanlage des Thales und soll über den Gebeinen des Apostels desselben, des kheiligen Lubentius, errichtet worden sein. Urkundlich wurde sie zuerst 841 erwähnt; jetzt