Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
Entstehung
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150 Runkel.

Gegenüber Runkel auf der rechtsseitigen Berghöhe liegt der Ort Schadeck, zu dem ein mit Steintreppen versehener Weg ziemlich steil hinaufführt. Von den oberen Stufen am Eingange des Dorfes bietet sich ein köstlicher Rückblick auf Runkel und Umgebung. Die Burg Schadeck, die Stirne des Berges krönend, architektonisch jedoch ohne Interesse, wurde um 1260 von Heinrich I. von Westerburg, welcher von seinem Bruder Dietrich aus der Burg Runkel vertrieben war, diesem zum Trutz aufgeführt, daher angeblich ihr Name. Mitte des 15. Jahrhunderts von dem Erabischof Balduin von Trier erobert, blieb sie Triersches Lehen der Westerburger und diente den Gräfinnen dieses Hau- ses als Witwensitz. Jetzt befinden sich in demselben das Rats- zimmer, Schulräume und verschiedene Pri- vatwohnungen.

Geht man durch das Dorf hindurch und biegt nach Nordosten in die Weilburgerstras- se, so hat man von (dem freien Plateau 5 einen weiten Blick

Runkel. nach allen Seiten hin-

aus auf den Wester-

wald, die Gebirge der unteren Lahn und des Rheins, auf den Taunus in der Ferne, während in der Nähe der Limburger Dom, die Kirche von Dietkirchen, das Schloss von Dehrn, nach der anderen Seite Fillmar und verschiedene hochgelegene Dörfer das Auge fesseln. Bald tritt die Strasse in weit sich dehnenden Hochwald mit schönen Buchenbeständen, den sie bis Weilburg durchzieht. Wir folgen den schwarzen Dreiecken bis zum Forsthause, biegen hier rechts in den Wald den blauen Dreiecken nach, die uns, von Schadeck aus gerechnet, in etwa 1 ½ Std. nach Christianshütte führen, einem am Waldrande über dem Wiesenthal hübsch gelegenen Ausflugsort, der auch als Sommerfrische zu längerem Aufenthalt empfehlenswert ist. Christianshütte ist ein früheres Eisenwerk der Familie Buderus, jetzt Eigentum der Kerkerbach-Bahn-A klien-Gesellschaft, die das Thal des Kerkerbachs zur Eisensteinförderung von Heckholz- hausen bis zur Haltestelle, in deren Nähe der Bach in die Lahn mündet, mit einer Sekundärbahn durchzogen und hier ihre Geschäfts- und Betriebsräume eingerichtet hat. Zugleich hat sie auf einer Anhöhe die Villa Silwa erbaut, die mit einer An-