132 Geschichte Weilburgs.
mehr als drei Seiten als schwer übersteiglicher Festungsgraben dieute, schon frühzeitig zu einer Burganlage einladen. So erscheint die Wilinaburch schon im Beginn des 10. Jahrhunderts als eine der Stammburgen der fränkischen Konradiner, welche Gaugrafen des Niederlahmgaues waren und bald damit die Herzogswürde in Franben vereinigten. König Konrad I. weilte gern in dieser Burg und gründete hier 912 das Chorherrnstift 2u St. Halpurgis; auch wird unter ihm 918 Weilburg bereits als Stadt bezeichnet, die sich zweifellos im Anschluss an die Burg und unter dem Schutz der- selben gebildet hatte. Dennoch steht Konrads Denkmal nicht hier, sondern auf der Bodensteiner Ley lahnabwärts zwischen Villmar und Runkel. Als sein Bruder und Nachfolger im fränkischen Herzogsamt Eberhard im Kampfe gegen Kö- nig Otto den Grossen 939 Besitz und Leben verlor, fiel Stadt und Herrschaft Weilburg an das sächsische Kö- nigshaus. Im Jahre 1000 schenkte Kaiser Otto III. die Burg, zwei Jahre später sein Nachfolger Hein- rich II.die Stadt und die ganze Herrschaft dem Bistum Worms, dem die Kaiserin Agnes 1062 das gesamte Königsgut im Niederlahngau hinzu- fügte. Im Jahre 1195 erscheint Graf Malram I. von Nassau als Vogt des Bischofs von Morms in Weilburg; bald aber ge- wannen die Nassauer Grafen die sämtlichen Güter und Rechte als Pfandbesitz, so dass König Adolf von Nassau das ganze Wormser Eigentum 1294 für eine verhältnismässig geringe Kaufsumme, 200 Pfund Heller, endgültig für sich und sein Haus erwerben konnte. Zur ständigen Residenz aber wurde Weilburg erst seit 1355 durch den Grafen Johann erhoben, der durch Heirat die Herrschaft Merenberg und die Grafschaft Gleiberg(s. S. 64) gewann, den alten Konradiner Burgbau niederlegte und ein neues Schloss auf- führte, den noch heute stehenden alten Bau. Auch bewehrte er die Stadt mit einer starken Mauer aus Basaltblöcken und liess an Stelle der bisherigen hölzernen eine steinerne Brücke über die Lahn führen. Graf Philipp III. führte schon 1526 das lutherische Bekenntnis ein, hob bald darauf die Niederlassungen der Domini- kaner und Franziskaner auf und gründete an Stelle der bisherigen Stiftsschulen eine nach den Grundsätzen Melanchthons eingerichtete
Weilburg.


