Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
Entstehung
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Weilburg. 131

23 km Bahnhof Weilburg, Höhe über N. N. 139,4, Halte- stelle für sämtliche Schnellzüge. Die Berge treten unmittel- bar an den Fluss und lassen auf der rechten Seite nur geringen Raum für eine Fahrstrasse und den Bahndamm. Schon ober- halb Löhnberg hat die Lahn ihre seit Giessen ostwestliche Richtung in eine nord-südliche verwandelt, die sie bis Aumenau beibehält.

Gasthöfe: Deutsches Haus, Gasthaus zur Traube, beide an der Neu- gasse in der Nühe des Schlosses, L. Fr. 2,50, Pens. von 4 Mk, an; Nas- sauer Hof in der Nähe des Bahnhofs, L. Fr. 2 Mk. Pens. 4, Mk. ¼ Std. un- terhalb der Stadt am Eintritt der Weil in das Lahnthal Hotel Sommerfrische Guntersau, durch die schöne Waldumgebung und ruhige Lage zu längerem Aufenthalt geeignet, Pens. 4 Mk.

Restaurationen: Neben den genannten Gasthöfen, die sämtlich Bier führen: Bahnhofrestauration, Christ. Hündt, Heinr. Hündt, vor dem Thore Frankfurter Haf, Saalbau Müller, Webersberg(mit Garten und schöner Aus- sicht), Felsenkeller mit Garten.

Weinstuben: WWilh. Moser; Karl Rosenkeranz, auch Weinhandlung, altes, 1793 gegründetes Lokal mit gutem Wein. Die kleine Terrasse bietet einen entzückenden Blick auf die Hausley.

Caféês: Heinr. Goertz und Aug. Hahn.

Post: Das Post- und Telegraphenamt befindet sich am Poslplatz in der Bahnhofstr. auf der rechten Lahnseite. Telephonverbindung innerhalb des Bezirkes Frankfurt a. M.

Fahrgelegenheit bei H. Meurer und Jul. Baurhenn.

Bäder: Warme Bäder bei der Gasanstalt, Flussbäder bei H. Mühl.

Weilburg ist der Sitz eines rührigen Zweigvereins des Taunusklubs, welcher zahlreiche Wegemarkierungen in der Umgegend ausgeführt hat, Wegetafeln an der Gastwirtschaft von Heinr. Hündt und am Kgl. Gymnasium gegenüber der Traube, sowie eines zum Gauverband Frankfurt gehörenden Radfahrer- Vereins, Bundesgasthöfe: Zur Traube, Zum deutschen Haus und Sommerfrische Guntersau; Reparaturenwerkstätte bei O. Göhring, Wilhelmstrasse.

Weilburg, Hauptstadt des zum Regierungsbezirk Wies- baden gehörenden Oberlahnkreises der Provinz Hessen-Nassau mit 3722 Einw., ist Sitz eines Kgl. Landratsamtes, eines Amts- gerichts, einer Oberförsterei, eines Domänen-Rentamts, eines Bergrevieramts, eines Archivs der Grossherzoglich Luxemburgischen Schlossverwaltung u. s. w. ferner eines Kgl. Gumnasiums, einer Unteroffizier- Vorschule, einer städtischen Landwirtschaftsschule und einer städtischen höheren Mädchenschule.

Die Lage des Ortes auf einer von der Lahn umflossenen, buschumrauschten Felsinsel, die nur nach Osten mit dem Gebirgs- lande durch eine verhältnismässig schmale Kehle zusammenhängt, ist eine unvergleichlich schöne, zumal die das rechte Ufer um- rahmenden waldigen Höhenzüge im Westen und Süden zum Teil schroff gegen das Wasser abstürzen und Stadt und Schloss wie eine Perle mit schimmerndem Grün umfassen. Zugleich aber musste dieser durch die Natur geschützte Bergkegel, dem die Lahn von

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