Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
Entstehung
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Braunfels, Stockhausen. 129

mal gesetzt, eine von Begas gegossene Erzbüste unter goti- schem Sandsteindach mit der Unterschrift: Seinem edlen un- vergesslichen Kaiser Friedrich III. das Solmser Land. Wäh- rend unterhalb des Denkmalplatzes sich die zur Schlossanlage gehörenden Gewächshäuser breiten, steigt man aufwärts zu ei- ner prächtigen, mit alten Linden bestandenen Terrasse, die den Besuchern des stets zugänglichen Fürstlichen Herrengartens jederzeit kühlenden Schatten und Ruheplätze gewährt.

Braunfels entwickelt sich bei seiner ruhigen, abgeschie- denen Lage, seinen herrlichen Laub- und Nadelwäldern, die den Berg von allen Seiten umgeben, seiner würzigen und reinen Wald- und Höhenluft immer mehr zu einem vornehmen Luftkurort ersten Ranges. Die Stadtgemeinde und das fürst- liche Haus sind durch Schaffung mustergültiger Einrichtungen (z. B. einer vortrefflichen Quellwasserleitung, schöner Alleen, neuer gesunder Bauquartiere u. s. w.) unausgesetzt bemüht, den Ort auch nach dieser Seite hin zu heben. Sanitätsrat De. Gerster, vom verstorbenen Prinzregenten Albrecht zu Solms als Kurarzt nach Braunfels berufen, hat in der Stadt ein Sanatorium(Kurpension) eingerichtet, das 15 16 Kurgästen behagliche Unterkunft gewährt und zur Kursaison(Mai-Sep- tember) meist voll besetzt ist.

Wegen Ansiedelung, Erwerb von Bauplätzen und Villen wende man sich an die Terraingesellschaft Braunfels m. 5. H. Näheres findet man im Inseraten-Anhang.

14,3 km, Bahnhof Stockhausen, Höhe über N. N. 142,8 m, Gasthaus zum Solmser-Hof gegenüber dem Bahnhof, einige Zimmer zum Logieren. Kurz vorher hat die Bahn den Fluss überschritten, weshalb der Bahnhof auf der rechten Lahnseite liegt. Von der unterhalb des Bahnhofes errichteten Verlade- gallerie führt ein Schienenstrang über die Privatbrücke zu den Kruppschen Eisensteingruben Würgengel und Anna. Auch von Stockhausen führt ein Weg auf die Dianaburg. Vor dem Solmser-Hafe geht man rechts auf der. Chaussee nach Leun- Wetzlar, biegt von derselben links die Dorfstrasse aufwärts pei der Wirtschaft von Enders vorbei über den Stockbach. Die Wegemarkierung, blaue Striche, beginnt erst nach 5 Min. an einem kleinen Hause auf der linken Seite, Dianaburg 1 Std. 25 Min. Kurz darauf folgt man dem Feldweg rechts, welcher sich den kahlen Berg hinaufwindet. Nach 6 Min. trifft man das blaue Wegzeichen an einem alleinstehenden, halbabge- storbenen Kirschbaum 20 Schritte links abseits vom Wege. Nach 3 Min. erreicht man die Höhe, schöner Rundblick aufs Lahnthal, und nach weitern 5 Min. den Wald, durch den die Zeichen weiter führen.

Wendet man sich vor dem Solmser-Hof in Stockhausen

Illustr. Lahnführer. 9