Asslar, Hermannstein. 111
Von der Saalburg führen schöne Wege in etwa ¾ Std. nach Homburg vor der Höhe, mit dem es zugleich durch eine elektrische Bahn verbunden ist.
Von ungleich grösserer Bedeutung wie das Wetzbachthal ist das Thal der aus dem Westerwald herabströmenden Dill, durch welches die bei Wetzlar das Lahnthal verlassende Köln-Giessener Bahn sich aufwärts zieht. 4,1 km vom Bahnhof Wetzlar Haltestelle Asslar, grösseres Kirchdorf auf dem linken Dill- ufer, schräg gegenüber unter dem scharf gegen den Fluss vorstossenden Berge liegt Klein-Altenstädten. Die Land- strasse überschreitet vom Bahnhof Wetzlar aus rechts das Bahngeleise und erreicht den blauen Strichen nach in ½ Std. das Dorf Hermannstein, welches zum Kreise Biedenkopf ge- hört, obgleich es vor den Thoren Wetzlars liegt. Bemerkens- wert ist es durch die Burgruine, welche trotz ihrer niedrigen Lage durch ihre zwei hochragenden Schornsteine weithin sichtbar ist. Man gelangt zu ihr, wenn man vor der Kirche rechts am Bache aufwärts geht und am Eingange zum Guts- hofe, dessen Gebäude Wappen und alte Schnitzereien am Gebälke aufweisen, sich wieder rechts hält. Den Schlüssel erhält man beim Förster. Die Besteigung des Turmes ist für Damen kaum rätlich, da die Treppen sehr schlecht und Wege und Gänge zum Teil mit Gestrüpp verwachsen sind.
Die Burg wurde 1373— 79 vom Landgrafen Hermann dem Gelehrten von Hessen gegen den Sternerbund erbaut und nach seinem Namen genannt. 1481 wurde sie von dem Hofmarschall des Landgrafen Heinrichs III., Johann Schenck zu Schweinsberg durch Pfandeinlösung erworben und gehört noch jetzt neben dem Gutshofe dieser Familie.
Der geräumige, im Grundriss fast trapezförmige Donjon, an den sich ein halbrunder, nicht zugänglicher Turm anlegt, weist jetzt drei Stockwerke auf, von denen das untere und mittlere von je vier spitzbogigen, auf schlanker Mittelsäule ruhenden Kreuzgewölben überdacht sind. Beide Stockwerke waren jedoch durchschossen, so dass jedes zwei übereinander gelegene Räume aufwies. Die ziemlich verfallene Burg, deren Zustand offenbar durch Verwahrlosung herbeigeführt ist, bietet auf weithin das einzige Beispiel eines normannischen MHohnturms.
Bei Hermannstein öffnet sich gegen das Dillthal von N. her der Blasbacher Grund, durch welchen eine schöne Wald- strasse in 2 ½ Std. nach Hohensolms hinaufführt. Dieselbe berührt zunächst das friedlich gelegene Dorf Blasbach(4 km), wohl das älteste Dorf der Umgegend, welches schon im Lorscher Coder Erwähnung findet. Etwa 40 Min. oberhalb des Ortes bei Kilometerstein 7,5 biege man abkürzend links, nach 20


