110 Usingen, Saalburg.
von da in 1 Std. über den Köhlerberg, Aussichtsturm, nach Brandoberndorf im Solmsbachthal, Wirtschaft von Chr. Nather.
Wer vom Lahnthal aus zu Fuss das Taunuskastel Saal- burg aufsuchen will, welches wie kein anderes die Anlage eines römischen Standlagers veranschaulicht, besonders seitdem es auf kaiserliche Initiative in sachgemässester Weise wieder hergestellt worden ist, wird mit Vorteil und Genuss den eben beschriebenen Weg einschlagen.
Von Brandoberndorf folge man anfangs der Strasse nach Gräfenwiesbach, biege aber 2 Min. vor dem Orte in die Strasse links nach S. den blauen Strichen nach. Dieselben führen durch prächtigen Wald in etwa 3 Std. über Eschbach nach Usingen. Beim Austritt aus dem Walde kurz vor Esch- bach links eine interessante Felspartie, welche isoliert mauer- artig aus dem Felde aufragt.
Usingen, 291 m, Gasthöfe„Zur goldenen Sonne“ und „ZLum Adler“, ist eine kleine Kreisstadt des Reg.-Bez. Wies- baden mit 1900 meist evang. Einw., Sitz eines Kgl. Amtsgerichts und Lehrerseminars. Es wird schon 1207 urkundlich erwähnt, besteht aber viel länger. Die Kirche, im spätgotischen Stil Ende des 15. Jahrhunderts erbaut, ist nüchtern und bietet kaum Bemerkenswertes. In den letzten Jahren, besonders seit Eröffnung der Sekundärbahn Homburg-Usingen, ist der Ort als Sommerfrische in Aufnahme gekommen. Um nach der Saalburg, zu gelangen, benützt man am besten diese Bahn — Bahnhof 8 Mi. von der Stadt jenseits des Hahnbachs, Restauration— bis zur Haltestelle Saalburg, 11 km, und steigt von der Lochmühle, Wirtschaft und Pension, am Pſahlgraben aufwärts den weissen Strichen nach in 30 Min. bis zur Land- strasse, verfolgt diese nach links 3 Min. und gelangt rechts biegend durch die porta principalis deztra in das Kastell, dessen Rückseite mit der porta decumana bereits wieder her- gestellt ist, während zu dem Prätorium, dem zukünftigen Saalburgmuseum im Oktober 1900 in Anwesenheit Sr. Maj. des Kaisers der Grundstein gelegt wurde.
Bad Homburg ehemalige Residenz der Landgrafen von Hessen-Homburg, liegt am Südostabhange des waldreichen Taunus auf einem gut ventilierten Bergrücken, 189 m über dem Meere. In unmittelbarer Nähe ausgedehnte Laub- und Nadelholzwaldungen mit beduemen Fuss- und Fahrwegen bis zum Kamm des Gebirges, der sich in den beiden Gipfeln des Feldbergs und Altkönigs bis nahe 900 m erhebt.
Näheres findet man in:
Jacobi, Das Römerkastell Saalburg. 608 S. Text, mit 1 Karte,
80 Taf. und 110 Abb. Preis 25 Mk.
Kleiner Führer. Pr. 1 Mk. Verl. von Staudt Supp in Homburg.


