Wetzlar. 89
Gartenwirtschaften: Schitzengarten am Aufstieg nach dem Kalsmunt mit grossem Saal und schattigem Garten; Gartenwirtsch. von Bersch, Sil- höfer Chaussee gegenüber der Starkenweide, schöne Kastanienbäume.
Konditoreien: Franz, Schmidtgasse; Koch, Krämergasse; Gerlach, Langgasse.
Badeanstalten: Flussbäder in der Bade- und Schwimmanstalt am Hauserthor, angenehm, weil man im offenen Flusse schwimmen kann. Warme Bäder an der alten Lahnbrücke sowie im Hotel Kessel.
Post: Das Post- und Telegraphenamt Hausergasse gegenüber der Domtreppe. Telephonverbindung mit Frankfurt, Weilburg und den Zwi- schenstationen.
Es besteht in Wetzlar ein sehr rühriger Zweigverein des Taunusklubs, welcher die Wegemarkierung der Umgegend mit Sorgfalt ausgeführt hat,(Wege- und Farbentafeln an der neuen Lahnbrücke, am Silhöfer- und Oberthor) dann ein zum Gauver- band Frankfurt gehöriger Radfahrer- Ferein. Reparaturwerk- stätte: R. Goldmann, Fahrradhandlung, Bahnhofstrasse; Bun- desgasthof: Hotel— Kaltwasser, Bahnhof- strasse.
Wetzlar, Stadt von 8909 Einw., da- runter etwa 7000 evang., Hauptort des zum Regierungsbe- zirk Coblenz gehöri- gen Kreises, der in- des von der Rhein- provinz durch die ganze Breite des ehe- maligen Herzogtums Nassau, des jetzigen Regierungsbezirks Wiesbaden getrennt wird, ist Sitz des Kgl. Landratamts, eines Kgl. Amtsgerichts, eines Staatsarchivs, eines Bergamts, eines Untersteuer-Amts, einer Eisenbahn-Betriebs- Inspektion, zweier Gemeinde-Oberforstereien u. s. w. An ÜUnter- richtsanstalten finden sich ein Kgl. Gymnasium, eine Hõhere Töchterschule, eine Bergvor- und Steigerschule, eine landwirt- schaftliche Winterschule u. s. w.
Die Altstadt Wetzlar zieht sich vom Flusse, welcher hier scharf gegen den linken Thalrand vorstösst, den Berg hinauf, im nordöstlichen Teile gegen den Dom ziemlich steil, allmählicher im Südwesten, wo sich der Berg gegen den Wetzbach senkt und vor der Mündung desselben ein breiteres Vorland freilässt. Die beiden Vorstäüdte liegen auf dem rechten Ufer in der Flussniederung, die Langgasse auf einer Lahninsel, die Neustadt zwischen der Lahn und der Dill, dem bedeutendsten Zuflusse von rechts, welcher unmittelbar unterhalb der Stadt mündet. Die älteste Anlage ist die kirchliche auf dem beherrschend gelegenen Domberge, welche
Wetzlar.


