Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
Entstehung
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Heuchelheim, Windhof, Rodheim, Bieber. 67

Bahn läuft über die Lahnbrücke, dann an der Rodheimer Strasse entlang.

3 km Haltestelle Heuchelheim, wohlhabendes Pfarrdorf mit, 2145 Einw. an der Bieber, einem rechtsseitigen Zuflusse der Lahn; das Dorf wird urkundlich zuerst 1245 erwähnt, gehörte zur Burg Gleiberg und kam 1585 an Hessen. Es ist ver- schiedene Male durch Feuersbrunst vollständig eingeäschert worden, zuletzt durch zwei Brände 1866, daher sein durchaus modernes Aussehen, zumal in demselben bedeutende Cigarren- fabrikation betrieben wird.

4 km Haltestelle Windhof, einzeln gelegener Hof, auf dem 1898 ein grossartiges Restaurationslokal in altdeutschem Stil (vom Gastwirt Chr. Duill) erbaut worden ist. Es ist ein be- liebter Ausflugspunkt für die Giessener, zugleich Mensurlokal der Giessener Corps und Burschenschaften. Bemerkenswert ist der geräumige, mit landschaftlichen Fresken ausgestattete Saal, deren Motive vorwiegend aus süddeutschen, mit der Ge- schichte des Vaterlands verflochtenen Orten genommen sind; der Turm bietet eine hübsche Rundsicht.

5 km Haltestelle Abendstern, hier die bedeutenden Kalk- und Marmorwerke von Aug. Gabriel, sowie Verladestelle für die seitwärts im Gebirge liegenden Eisensteingruben, unter ihnen eine Grube Abendstern.

8 km Haltestelle Rodheim(Wirtschaft, K. Schlierbach, Zur Germania), Pfarrdorf an der Bieber mit interessantem, alten Kirchlein und mehreren Filialen der Giessener Cigarren- fabrikation. Schöne Villa mit prächtigen Parkanlagen des Comm.-Rats Wilh. Gail, Giessen.

10 km Bieber, vorläufige Endstation der Sekundärbahn, mit sehenswerten mächtigen Kalksteinbrüchen. Vor dem Sta- tionsgebäude Wegetafel; die schwarzen Punkte führen auf einem neu angelegten Wege in etwa 40 Min. auf den Gipfel des Dünsberges, des Beherrschers der Gegend, dessen schöner waldbedeckter Kegel, aus dem Bieberthal unmittelbar auf- steigend, die umliegenden Höhen mächtig überragt. Im Gegen- satz zu den zahlreichen vorgeschobenen Basaltköpfen der Um- gegend ist er nicht vulkanischen Ursprungs, sondern besteht aus Grauwacke und Kieselschiefer. Der Name hat zu vielen Deutungen Anlass gegeben. Dass derselbe weder mit Odin noch mit Dünsten zu thun hat, bedarf kaum der Erwähnung. Ebensowenig wahrscheinlich ist es, dass er seinen Namen führt, weil auf dem GipfelDing gehegt«, d. h. Gericht, gehalten wurde; dazu war er doch zu weit von den menschlichen Wohn- stätten abgelegen und zu schwierig zu erreichen. Auch hätte es dazu der mächtigen Ringwälle nicht bedurft, deren man zwei beim Aufstieg zu überwinden hat, während von dem

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