Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
Entstehung
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68 Dünsberg, Obermühle, Bubenröder Hof.

dritten sich noch Spuren finden. Dieselben lassen mit Sicher- heit den Schluss zu, dass der Gipfel lange Zeit die Zufluchts- stätte einer zahlreichen Volksmenge war, welche sich hier leicht verteidigen konnte, eine Annahme, welche durch den Fund eines Handmühlensteines innerhalb des oberen Ringes und die Anlage von zahlreichen Grabstätten an der Nordseite des Berges bestätigt wird. Der Berg war daher wahrschein- lich dem deutschen Kriegsgott Tyr oder Tys geheiligt und hat seinen Namen in derselben Weise erhalten wie unser Dienstag. Die herrliche Aussicht, welche man von oben geniesst und welche die grossartigste im ganzen Lahnthal sein dürfte, kommt erst recht zur Geltung, seitdem an Stelle des alten Triangulationsturmes ein Aussichtsturm errichtet worden, an den eine Schutzhütte angebaut ist. Der Bau wurde im Jahre 1899 von den aus Mitgliedern der Sektionen Giessen und Oberhessen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, sowie des Taunusklubs Wetzlar auf Grund eines bereits vor- handenen Fonds mittelst freiwilliger Beiträge durch den Archi- tekten Meyer in Giessen ausgeführt. Auf quadratischem Unter- bau erhebt sich ein massiver Rundturm, in dem eine Wendel- treppe zu der ausgelegten Plattform führt. Schlüssel zu Turm und Schutzhütte sind gegen Hinterlegung von 2 Mk. und 20 Pfg. Beitrag zu haben auf den Stationen Bieber und Rodheim, sowie in Giessen bei Fr. Kühn, Seltersweg 36(Sekt. Giessen d. D. Oe. A. V.) und Otto Roth, Marburgerstrasse 20 (Sekt. Oberhessen d. D. Oe. A. V.); in Wetzlar bei Kaufmann Bernhard Waldschmidt, Krämerstrasse und August Wald- schmidt am Schillerplatz.

Vom Dünsberg führt ein sehr lohnender Weg in 3 Std. nach Wetzlar. Man folgt in südwestlicher Richtung den gelben Strichen abwärts, welche das Bieberthal oberhalb der Obermühle kreuzen. An derselben befindet sich eine Gedenktafel, welche anzeigt, dass in dem Hause der Kupferstecher oh. Georg Wille, Ritter der Ehrenlegion und Mitglied vieler Kunstakademien anno 1715 das Licht der Welt erblickt habe. Die Familie ist noch im Besitz der Mühle. Von hier führen die gelben Striche aufwärts zum Bubenröder Hof, einem auf weiter Lichtung rings von Wald umgebenen Wirtschaftshof mit guter Restau- ration, auch als Pension für die Sommerfrische gesucht. Man folge den gleichen Zeichen durch schönen Buchenwald zur Dicken Eiche, einem hervorragend schönen Baume, unter welchem Sitzplätze angebracht sind, um die hübsche Aussicht geniessen zu können, und weiter nach dem Dorfe Naunheim, lässt sich auf einer Fähre über die Lahn setzen, überschreitet den Eisenbahndamm und kommt auf die Strasse nach Wetzlar.

Von Bubenrod kann man auch über Niedergirmes gehen,