Burg Gleiberg. 65
vermag. Die Ruine wurde vom Schutt befreit, baufällige Teile, welche dem Einsturz drohten, untermauert und durch Ausbesserung vor dem gänzlichen Verfall bewahrt. Auf diese Weise ist durch den Verein in dem Gleiberg ein Anziehungspunkt geschaffen, der auf nah und fern seine Wirkung ausübt, zugleich aber bietet er als Muster einer grossen Ritterburg auch für den Sachverständigen eine Fülle des Interessanten und Sehenswerten dar, so dass eine kurze Orientierung nicht unwillkommen sein mag.
Von der oben erwähnten Terrasse treten wir durch das Burgthor in den unteren Burghof, der teils mit Buschwerk und Obstbäumen bepflanzt, teils als Wirtschaftsgarten angelegt ist. Links öffnet sich im Albertusbau die grosse alte Burgküche mit ihrem weiten Schornsteinbusen, ein grosser kühler Raum, dessen Wände mit zahlreichen Sprüchen ausgestattet sind. Rechts erhebt sich der Nassauer Bau, in dessen Erdgeschoss vor- wiegend Wirtschaftsräume ein- gerichtet sind; eine Holztreppe führt zum Obergeschoss mit den stilgemäss wieder hergestellten Gastzimmern, unter denen be- sonders der Kaisersaal mit den bunt verglasten Fenstern, deren Wappen die Geschichte der Burg von ihrem Beginn bis zur Jetzt- zeit wiederspiegeln, einen stim- mungsvollen Eindruck macht. Steigt man vom unteren Burg. hof links die Steintreppe hinauf zur Ruine, so gelangt man in den ältesten Teil der Burg, wo unmittelbar neben dem nur noch in seinen Umfassungsmauern vorhandenen Palas der mäch- tige runde Bergfried steht(Ein- tritt 10 Pfg., Schlüssel beim Burgwirt). Derselbe hatte seinen Zugang vom Palas aus und erweitert sich in vier übereinander liegenden Stockwerken so, dass die oberen geräumige Wohnzimmer abgaben. Jetzt tritt man durch die am Fusse gebrochene Thür in das Turmverliess und steigt auf 137 Stufen zur Plattform, auf der eine Orien- tierungstafel die überaus herrliche Rundschau erleichtert.
Westlich vom Bergfried lagern die Trümmer eines späteren Teils der Oberburg, der Merenberger Bau, von dem besonders die Ueberreste einer Burgkapelle erhalten sind. Auch hier fehnte sich der Palas an einen Bergfried, dessen viereckige
Ruine Gleiberc.
Illustr. Lahnführer. 5


