Burg Gleiberg. 63
hof hinaufführt. Schon hier hat man rückwärtsschauend einen überaus anmutigen Ausblick auf Giessen und Umgebung, links sieht man bis zum Staufenberg und Frauenberg bei Marburg, gegen O. auf die waldigen Höhen jenseits Giessen mit dem Schiffenberg, über welchen bei klarem Wetter die Höbenlinien des Vogelsberges sowie im S. die des hohen Taunus sichtbar werden. Der Feldweg führt vom Hardthof, welcher links liegen bleibt, über die hier tief in das Gelände eingeschnittene Berlin-Metzer Bahn hin(der Bahnhof Gleiberg liegt etwas weiter rechts) auf den burggekrönten, aber kahlen Basaltkegel zu, von dessen Fusse ein mässig steil ansteigender Pfad zur alten Dorflinde aufwärts leitet. Von hier aus benutzt man entmeder den Fahrweg durch die Burgmauer rechts, oder den sich steil aufwärts windenden Pfad, um in 5 Minuten zum Burgthor zu gelangen, vor wel- chem sich zu bei- den Seiteneine aus- sichtsreiche Ter- rasse breitet. Gute
Burgwirtschaft(Nie- bergall). Der schöne Burg Gleiberg(bei Giessen).
313 m hohe Basalt-
kegel, welcher sich beherrschend über das weite Thal erhebt, hat schon frühzeitig zur Anlage einer Burg eingeladen. Wahr- scheinlich fällt die erste Gründung in die Zeit von 905 bis 917, als Otto der Salier, Bruder König Konrads I., Gaugraf des mittleren Lahngaus zwischen Heil und Salzböde war. Im folgenden Jahrhundert spielen die Grafen von Gleiberg eine nicht unwichtige, aber wechselnde Rolle in den Kämpfen Kaiser Hein- richs IV. mit seinen aufrührerischen Vasallen, in denen die Familie zum Teil auf seiten des Königs, zum Teil auf gegnerischer Seite stand. Nachdem Heinrich V. 1103 die Burg erobert hatte, wurde sie dem königstreuen Grafen Hermann von Gleiberg zum Alleinbesitz überwiesen, der sie nicht nur wieder herstellte, son- dern auch nebst seinen Erben eine rege erweiternde Bauthätigkeit entfaltete. Seine Tochter Clementia errichtete 1129 den Augustinern ein Kloster auf dem Schiffenberg und gab dadurch, wie oben weiter ausgeführt worden, Anlass zu der Gründung der Burg und Stadt Giessen. Mit dem Erlöschen des Mannesstammes der Gleiberger Grafen 1177 fiel die ansehnliche Erbschaft zur Hälfte an den


