Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
Entstehung
Seite
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62 Giessen, Kleinlinden. .

In ihrer Verlängerung führt die Frankfurterstrasse nach dem ½ Std. entfernten Dorf Kleinlinden(Wirtschaft von Rinn), einem beliebten Ausflugsort der Giessener Familien. Biegt man aber angesichts der Kliniken nach der entgegengesetzten Seite in die Klinikstrasse ein, so mündet dieselbe auf eine die Giessener Bahnhofgeleise überspannende Hängebrücke, von der man einen hübschen Niederblick auf das Bahnhofsgetriebe, so- wie auf das Lahnthal mit den gegenüberliegenden Bergen und Burgen hat. Jenseits der Brücke führt links ein mit schwarzen Strichen markierter Weg an der früheren Margaretenhütte und der elektro-chemischen Fabrik von G. Thärom auf der anderen Seite vorbei in den Hessler, niedrige mit Erlen, Pappeln und Weiden bestandene Flusswiesen, und in ½ Std. auf die Chaussee nach Dutenhofen resp. Wetzlar; der Weg ist jedoch nur bei trockenem Wetter ratsam.

Vor der beschriebenen Bahnüberbrückung kann man von der Klinikstrasse rechts in den sog. Wetzalarer Weg einbiegen, der zum Teil durch Gärten entweder direkt über die hinter dem Hotel Lenz angelegte Ueberbrückung über die oberhessi- sche Bahn zum Bahnhof, oder rechts in die Frankfurterstrasse zur Katholischen Kirche führt. Bei dieser wenden wir uns links in die Liebigstrasse, an der auf der linken Seite gleich an der Ecke beim Bahnsteig für Fussgänger die Universitäts-Ohren- klinik, dann etwas zurück im Garten die Chirurgische und Augenklinik(Neubauten bei den Neuen Kliniken) und end- lich das alte chemische Laboratorium liegen, in welchem Justus Liebig bis 1852 gewirkt hat. Der Plan, an der Arbeits- stätte des berühmten Mannes ein Liebigmuseum zu schaffen, ist noch nicht zur Ausführung gekommen. Am Hauptsteuer- amt vorbei gelangen wir wieder zur Bahnhofstrasse und links biegend zum Bahnhof.

Giessen ist trotz seiner niedrigen und verhältnis- mässig ebenen Lage, überaus reich an landschaftlich schönen und historisch interessanten Ausflugspunkten in der näheren und weiteren Umgebung. Namentlich bietet das Gebirge im N. und NW. der Stadt mit den das Thal umsäumenden Vor- hügeln und einer Anzahl zum Teil mit Burgruinen gekrönter Basaltkuppen überraschend schöne Aussichtspunkte dar, unter denen die Burg Gleiberg zweifellos alle anderen übertrifft.

Der Weg nach dem Gleiberg, 1 Std., geht von der Lahnbrücke aus, wo ein Wegweiser nach Gleiberg und Krofdorf steht, nach 1 Min. von der Chaussee rechts ab, wieder Wegweiser; nach 3 Min. trennen sich die Wege nach Krofdorf und Glei- berg, letzterer biegt dem Wegweiser und den roten Streifen nach zur Linken und stösst in etwa Std. vor den Abfall der Hardt, auf die ein anfangs ziemlich steiler Fussweg zum Hardt-