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Heilkunde, die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, der Ober- hessische Geschichtsverein. Die Sammlungen des letzteren sind zu einem Museum vereinigt, welches im alten Rathaus unter- gebracht ist und Sonntags von 11—1 Uhr unentgeltlich be- sicht werden kann; sie bieten inbezug auf die Vergangenheit Hessens manches Interessante.
Beschreibung der Stadt.
In Bezug auf schöne und interessante Bauwerke steht Giessen hinter Marburg zurück: an alten Gebäuden sind wenige vorhanden, was aber an Universitäts- und Regierungs- bauten aus dem 18. und den ersten zwei Dritteln des 19. Jahr- hunderts stammt, ist nüchtern und stillos. Erst mit den 1870 er Jahren tritt auch hier ein Wandel ein, und die neueren öffent- lichen wie bessere Privatbauten zei- gen ein anerken- nenswertes Stre- ben, auch nach dieser Seite den Aufschwung der Stadt zur Geltung zu bringen. Vom Bahnhof aus führt die Bahnhofstrasse am Hauptpost- amt, dem Haupt-
Giessen aus der Vogelschau. steueramt(beide rechts) und der Anatomie(links) vorbei, kreuzt beim Hotel Victoria die Liebig- styasse, überschreitet die Wieseck und trifft beim Hotel Gross- herzog von Hessen auf die Westanlage. Um einen Ueberblick über die Lage Giessens zu gewinnen, welches sich bei dem niedrigen Gelände nicht plastisch wie Marburg dem Auge entgegenstellt, machen wir zunächst einen Umgang um die Alstadt, biegen links an der Mädchenschule vorbei und gelangen zwischen Ringgraben und Bahndamm entlang zum Neustädter Thor, von dem nach rechts eine der Hauptstrassen der Stadt, die Neustadt, sich zum Marbktplatz zieht. Nach links kommen wir durch die dreibogige Bahndammunterführung auf die 1846—48 an Stelle einer etwas oberhalb gelegenen ältern erbaute fünfbogige Lahn- brücke, von der man eine schöne Aussicht auf das Lahnthal und die dasselbe im Norden begrenzenden Höhen, den Gleiberg, Vetzberg, Dünsberg u. s. w. hat.


