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kundlich erwähnt wird, an welches aber nur noch der Name des Asterweges, also eigentlich Achsterweges, einer Strasse im nörd- lichen Teile der Stadt, erinnert.
Wesentliche Förderung erhielt die Stadt unter Philipp dem Grossmütigen, der auch eine Zeitlang während der Sickinger Fehde 1518 mit seiner Mutter in Giessen wohnte und unter dem auch in Giessen die Reformation eingeführt wurde, nachdem die- selbe durch die bekannte Homberger Synode am 20. Oktober 1526 für ganz Hessen angenommen war. Philipp liess 1530 bis 33 die Stadt mit Wall und Graben befestigen, die Wieseck ableiten und die Gebäude von Selters, welche die Sicherheit der Festung zu beeinträchtigen drohten, abbrechen. Damals wurden auch die Fried- höfe auf dem Kirehplai= und zu Selters aufgehoben und im Osten der Stadt weit ausserhalb der Befestigungen ein gemeinschaftlicher angelegt. Der neue Friedhof befindet sich am Radberg, Marburger- strasse(s. S. 60). Zwar wurde nach der Mühlberger Schlacht die neue Festung auf Befehl Karls V. durch den Grafen von Solms geschleift, aber Philipp liess die Werke sofort nach seiner Be- freiung stärker wieder herstellen. Grösser war der Schaden, als in dem durch einen Blitzstrahl entzündeten Brande am Pfingsttage 1560 vor dem Wallthore nicht weniger als 168 Häuser in Asche gelegt wurden. Der Name des grössten freien Platzes der Stadt am Brand sowie die Brandgasse geben noch jetzt Zeugnis von dem Unglückstage.
Bei der Teilung des Marburger Erbes 1604 fiel Giessen an Hessen-Darmstadt und wurde unter Ludwig V. Sitz der Regierung der Provinz Oberhessen. Unter ihm fand 1605 die Gründung der Universität statt, deren Anlass bereits unter Marburg(S. 32) er- wähnt wurde. Die feierliche Eröffnung erfolgte am 7. Oktober 1607; einen Teil des Burggartens schenkte der Landgraf der neuen Anstalt zur Einrichtung eines Botanischen Gartens, des dritten in Deutschland. Noch jetzt bildet derselbe mit seinen schönen alten Bäumen einen Lieblingsspaziergang des Giessener Publikums.
Dass Giessen die Wirren des 30 jährigen Krieges ohne schwerere Kriegsschäden überstand, verdankte es seinen für die Zeitverhält- nisse starken Befestigungswerken; um so härter wurde es 1635 durch die Pest mitgenommen, der nicht weniger als 1503 Menschen erlagen, und die auch zu anderen Zeiten unverhältnismässig viele Opfer forderte, wohl eine Folge der niedrigen und sumpfigen Lage der Stadt, deren nachteiligen Einflüssen die Hygiene der damaligen Zeit nicht gewachsen war. Schwer wurde Giessen durch den siebenjährigen Krieg geschädigt; am 9. November 1758 besetzten die Franzosen die Festung und hielten sie bis zum Friedens- schlusse, obgleich die Preussen verschiedene Versuche machten, dieselbe zu gewinnen. Noch jetzt bezeichnen die Schanzen im Philosophenwald und bei Krofdonf die Plätze, wo sich die feind-


