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bundenen Sternwarte am„Renthof“, welche auf dem Grunde eines ehemaligen Burgsitzes, des Dörnberger Hofes, erbaut ist. Ein viereckiger Turm ist als Rest der alten Befestigung stehen geblieben. Der kurz vorher nach rechts abbiegende Hainweg leitet aufs Schloss.
Vom Gasthaus zum Ritter führt in drei übereinander ge- legenen Terrassen der Steinweg aufwürts in die altertümliche Stadt, zunächst in die Neustadtgasse, die ihrerseits wieder in die Wettergasse übergeht. Von ihr leiten mehrere Parallel- gassen, unter ihnen die Marktgasse, auf den 260 m über N. N., also 82 m über dem Bahnhofe gelegenen Marktplatz, an dessen südlichem Ende das anfangs des 16. Jahrhunderts aus rotem Sandstein in spätgotischem Stil erbaute Rathaus liegt. Bemerkenswert an demselben ist eine kunstvolle Uhr, sowie ein über dem Eingang zum Treppenturm angebrachtes Stein- relief, welches die heilige Elisabeth, das Kirchenmodell in der Hand haltend, als Schutzherrin der Stadt darstellt.
Vom Markt aus erreicht man am schnellsten und be- quemsten das Schloss. Entweder steigt man am Nordende des langgestreckten Platzes die Schlosstreppen auf 52 Stufen zu dem 1575 erbauten Landgericht hinauf, von dem ein breiterer Weg oberhalb der evangelischen Pfarrkirche bis zu dem Thorbogen des âusseren Schlosshofes führt, oder man biegt am Fusse der genannten Treppe in die Ritterstrasse ein, welche an der Nord- seite des Pfarrkirchhofs entlang auf das früher vermauerte, seit 1874 wieder geöffnete Kalbsthor stösst. Bevor man dieses erreicht, biegt man einem Brunnen gegenüber rechts eine Treppe aufwärts, die auf den oben erwähnten Schlossweg leitet. Vorher ist jedoch die jetzige evangelische Pfarrkirche, früher„Unser lieben Frauen Pfarrkirche“ genannt, deren Chor am 1. Mai 1297 sgeweiht wurde, während das Schiff der Mitte des 14., der schiefe Turm dem 15. Jahrhundert entstammt, eines Besuches wohl wert, da sie neben anderen Sehenswürdigkeiten die Orab- denkmäler verschiedener Landgrafen und Gräifinnen enthält. Der mit Platanen besetzte Kirchplatz, auf den verschiedene Strassen münden, ist mit seiner lieblichen Aussicht auf das südliche Lahnthal der schönste und ansprechendste der Altstadt.
Das Schloss.
Durch den oben erwähnten Thorbogen tritt man in den äãusseren Schlosshof, durch welchen man rechts gehend zum inneren Sehlosshof gelangt. Gleich am Eingange links wohnt der Sehlossführer, den eine Schelle herbeiholt. Taxe: 1 Person


