Elisabethkirche. 35
stark an dem gegenüberliegenden Hause Elisabethstrasse 2. Der Küster, welcher die Führung übernimmt, hat zu bean- spruchen für 1 Person 50 Pfg,, für mehrere je 25 Pfg., für 9— 20 Personen zusammen 2 Mk, bei mehr als 20 für die Person 10 Pfg. Letzteres ist auch die Taxe für Schüler und Schülerinnen von Lehranstalten.
Die Gebäude und das Gelände hinter und südwärts von der Kirche gehörten bis zum Jahre 1809 zur Deutschordens- Commende Marburg, wo dieselbe nach einem Bestande von fast 6 Jahrhunderten von Napoleon aufgelöst wurde. Die Gebäude wurden zum Teil abgerissen, zum Teil umgebaut. Letzteres geschah 1884 mit dem an der Nordseite des Chors gelegenen Comthurhause, in dessen Westflügel sich das mineralogische Institut(freier Eintritt Mittwochs 1—3 Uhr nachm.) befindet, während im Ostflügel das zoologische Institut und Museum (freier Eintritt Mittwochs und Samstags nachm.) Unterkunft gefunden hat. Neugebaut wurde 1884— 88 das stattliche, aus weissem Sandstein errichtete physiologische Institut südlich von der Kirche, in dessen Garten die Kapelle des ehemaligen Elisabethhospitals eingezogen ist. Weiterhin trifft man in derselben Richtung am Pilgrimstein, der Strasse, welche auf der Thalsohle weiterführt, auf das pharmakologische und da- hinter das hugienische Institut, daran anschliessend das präch- tige, im gotischen Stil aufgeführte Gebäude der Frauenklinik und Hebammenlehranstalt. Ihm gegenüber breitet sich der schön angelegte botanische Garten, welcher an den Werktagen dem Publikum von 6— 12 und 1—6 Uhr bei freiem Eintritt ge- öffnet ist, während die Gewächshäuser nur nachmittags, im Sommer von 4—6 im Winter von 2—4 Uhr zugänglich sind; er umschliesst das pharmakognostisch-botanische Institut.
Der Elisabethkirche schräg gegenüber öffnet sich eine breite, von zwei Reihen Akazien durchzogene Strasse, die schon erwähnte Ketzerbach, an deren Ecke der Gasthof zum Ritter liegt und unter welcher in ihrem seit 1859 überwölbten Bette die Marbach abwärts fliesst. In der Ketzerbach wurden, so lange die Landgrafen auf dem Scblosse residierten, zahl- reiche Turniere abgehalten, unter anderen das bekannte vom Jahre 1466, bei welchem nicht weniger als 1400 Pferde in der Stadt einquartiert werden mussten. Am oberen Ende der Strasse liegt rechts die 1839— 42 im Rundbogenstil erbaute Anatomie, ihr gegenüber das zahnärztliche Institut. An der Ecke vom Marbacherweg und Schlag die Klinik für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten. Dieser gegenüber das pharma- kologisch-chemische Institut. Der Anatomie gegenüber führt das Leckergässchen aufwärts zu der mit dem mathematisch- physikalischen und geologisch- paläontologischen Institut ver-
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