VORWORT.
orstehende Verse kamen mir in die Feder, als hiech im vergangenen Winter am Lahnführer ar- beitete und, während der Winterfrost Berg und Thal umfangen hielt, mich in die wanderfrohen Tage des Sommers zurückversetzte. Sie bezeichnen zugleich die Stimmung, welche ich bei denjenigen zu erwecken wünsche, welche an der Hand dieses Führers unserm schönen Thale einen Besuch abstatten und ihm einige Wochen ihrer be- rufsfreien Zeit widmen wollen. Denn wenn das Wandern unter allen Sportgattungen zweifellos am meisten geeignet ist, dem überarbeiteten und überhetzten Menschenkinde die erschlafften Nerven zu stärken und Schaffenskraft und Schaffenslust zurückzugeben, so kann es doch diesem Zwecke nur gerecht werden, wenn der Wanderer beim Staube der Akten, der Bücher oder woran ihn sonst seine Berufs- pflicht binden mag, sein Sinnen und Sorgen zurücklässt und sich mit leichtem Gepäck und leichtem Herzen auf den Weg macht. Nur so kann sich die schöne Gabe des Wan-— derns, das volle Freiheits- und Unabhängigkeitsgefühl, frei entfalten und ungehindert seine Wirkung ausüben. Wer griesgrämig und unzufrieden an allem mäkelt, was sich ihm bietet, und es in Vergleich setzt zu dem, was er zu Hause gelassen, der sollte lieber gleich zu Hause bleiben. Für die Jugend mit ihrem leichten Sinn, ihren freien Lungen und noch nicht durch Unthätigkeit erschlafften Muskeln wird es dieser Mahnung nicht bedürfen; desto mehr aber für den älteren Mann, der sich schon an eine gewisse Gleichmässigkeit und Bequemlichkeit der äusseren Lebens- führung gewöhnt hat. Und doch vermag es gerade für uns, denn auch ich


