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Die Lage Gießens an einem radial ausstrahlenden Eisen- bahnnetze ermöglicht kleinere und größere Ausflüge nach den verschiedensten Richtungen. Die Stadt ist als Standquartier besonders geeignet für alle diejenigen, welche die verschiedenen wechselvollen Schönheiten von Vogelsberg und Wetterau, Tau⸗ nus und Lahntal, Westerwald und hessischem Hlinterlande, wie Niederhessen kennen lernen wollen. Alle Glanzpunkte der ge- nannten Gebiete können von Gießen aus in Tagestouren er- reicht werden, ermöglicht durch äußerst bequeme Zugverbin- dungen. Wer einige Zeit in Gießen verlebt, hat sehr wohl Gelegenheit, auch neben den Naturschönheiten die größeren Städte der weiteren Umgebung, sowohl die mit althistorischen Erinnerungen wie Marburg, Wetzlar, Limburg, Friedberg, Geln- hausen, Büdingen, Alsfeld und viele andere mehr, wie auch die Städte kennen zu lernen, deren äußeres Gepräge noch mehr von der Neuzeit bedingt ist. Der Besuch mancher Orte ist an Sonntagen durch billige Sonntagsfahr- karten erleichtert, die u. a. nach Bad Nauheim, Wetzlar, Braunfels, Lich, Nidda, Marburg auf dem Gießener Staats- bahnhofe abgegeben werden. Gießen ist dabei so ge- legen, daß kürzere und weitere Spaziergänge in bewaldeter hügeliger Landschaft reichliche Erholung bieten, ohne daß es längerer ermüdender Wanderungen oder einer Bahnfahrt bedarf, um harzige Nadelholz- und frische Laubholz-Hochwälder zu erreichen. Ein kurzer Ueberblick über einige der in Betracht kommenden Spaziergänge und Ausflüge möge das Gesagte näher beleuchten.
Im Süden und Osten tritt der Wald ganz nahe an das Weichbild der Stadt heran. So führt ein Weg durch einen reizvoll in die wellige Landschaft eingebetteten Wiesenplan zum nahen Philosophenwald, an dessen Rande, wie auch bei den anderen Ausflugsorten, Wirtschaft betrieben wird. Hier liegt auch die Liebigshöhe, heute ein Vergnügungs- punkt, einst die Versuchsstation für die agrikultur-chemischen Versuche des berühmten Justus von Liebig. Der Blick von diesen Höhen in das weite Lahntal ist überaus anzichend.
Weiter im Norden winkt der Hangelstein herüber, ein bewaldeter Kopf mit der seltensten Flora. Wo der Berg von der Lahn ansteigt, lagern sich am UÜUfer derselben male-
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