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Giessen - Universität und Provinzialhauptstadt : mit einem Stadtplan und einem Liegeplan der Universitäts-Gebäude / Hrsg. von Verkehrs-Verein Giessen
Entstehung
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DIE LXMNDESUDNIVERSIIT

wurde im Jahre 1607 von Landgraf Ludwig V. gegründet und nach ihrem Stifter als Ludoviciana bezeichnet. Sie wies im Jahre 1877 nur 315 Studenten auf, hat aber seitdem in star- kem und stetigem Steigen jetzt eine Zahl von 1281 erreicht (mit den Hörern und Hörerinnen im Sommer-Semester 1900 1424). Unsere Landesuniversität hat damit eine ganze Reihe deutscher Universitäten überflügelt. Uber 100 akademische Lehrer wirken heute an ihr. Bedeutende Lehrkräfte und eine unermüdliche Fürsorge llessens für die Anustalten und Ein- richtungen der Universität haben diesen Aufschwung herbei- geführt.

Gießen gilt als Landesuniversität und darf ihren Lan- desherrn als Rector magnificentissimus besonders verehren. Sie ist aber doch auch allezeit von Staatsangehörigen der ver- schiedensten deutschen Bundesstaaten, von vielen Ausländern, so stets auch von Angehörigen japans besucht. Die letzten Jahre haben einen steten Zuzug aus den norddeutschen Ge- bieten, vor allem aus Rheinland und Westfalen, aus Oldenburg, aus den Hansastädten, Mecklenburg und anderen Staaten ge- bracht, deren Angcehörige hier ihre ganze oder wenigstens einen Teil ihrer Studienzeit zuzubringen pflegen.

Seminare, Institute und Kliniken sind zum großen Teile, Dank der Fürsorge der Staatsregierung und der Stände, muster- gültig ausgestaltet, und wenn noch Wünsche geltend gemacht werden können, so zeugen sie nur von dem fortgesetzten Weiterstreben und der Entwicklung der Universität.

Die Lage der Gebäude, in welchen die verschiedenen Seminare, Institute und Kliniken der Universität untergebracht sind, ist auf einem besonderen, der Rückseite dieses Heftchens aufgedruckten Plane eingetragen. Dort findet sich auch ein ausführliches Verzeichnis der verschiedensten Einrichtungen der

Universität.