Druckschrift 
Das Stadtbild von Goslar im Mittelalter / Karl Frölich
Entstehung
Seite
35
Einzelbild herunterladen

a

oder Brüggemannstraße betrachtet und trägt dann bis zur Ecke der Kornstraße an der Schielenstraße den Namen Treibstraße. Auf dem Wolfenbütteler Stadtplan von etwa 1803 wird sie dagegen als Teil der Schielenstraße aufgefaßt. Für die Untere Kirchstraße kommt auch die Bezeichnung Saustraße vor. Der vorstehend er- wähnte Plan hat anstelle der Unteren Kirchstraße eine Kirch- straße, die aber zugleich die Gosestraße mit in sich begreift. Der Name der Dedeleberstraße gründet sich auf eine Orts- oder Per- sonenbezeichnung. Anscheinend handelt es sich, wie schon der Name Saustraße für die Untere Kirchstraße erkennen ließ, um eine etwas verrufene Gegend, da die Dedeleberstraße ebenfalls als Dieb- straße bezeugt ist.

Nördlich der Breitenstraße wird die: Verbindung zwischen ihr und der Bäckerstraße im Stephanibezirk unterhalb der Sommer- wohlenstraße heute hergestellt durch die nach den Röhrenbohrern, die die Holzröhren(Pipen) für die Wasserleitungen oder später die Bleirohre dafür anfertigten, benannte Piepmäkerstraße, weiter die Brüggemannstraße, die Springerstraße und die Vorwerkstraße.

Die Piepmäkerstraße verfügt im Mittelalter über eine bunte Fülle sonstiger Bezeichnungen. Sie tritt uns, abgeleitet von einem Personennamen, als Wipelingestraße oder Wopenlingestraße schon im 13. Jahrhundert entgegen. In der Folge überwiegen die Aus- drücke Willering-, Willerling-, Wilderling-, Vubeling- und Wul- lerlingstraße. Ihr Name lautet aber auch Wiltringe-, Willing-, Willge- und Willersstrate. Sie ist ferner, was für die Nachbarschaft der Sommerwohlenstraße und des Vogelsangs kennzeichnend ist, als Gärtnerstraße(platea ortulanorum) belegt. Nach Angehörigen der Bürgerfamilien Aemeling und von der Heyde nennt sie sich schließlich Aemelingstraße und Heydenstraße.

Die Brüggemannstraße führt den Personennamen Brüggemann fort. Worauf der ältere Name der StraßeDrifstrate(Treibstraße) beruht, ist nicht sicher auszumachen. Vielleicht besteht ein Zusam- menhang mit dem Austreiben des Viehs, für das in Goslar ein be- sonderes Ratsamt, das ‚‚Treibamt, zu sorgen hatte. Nach einem in ihr wohnhaften Hermen Riken heißt die Straße zuweilen auch Rikensche Straße, nach einem Mitglied der Bürgerfamilie Blanke Blankenstraße.

Der Name der Springerstraße taucht im 18. Jahrhundert auf, ihm liegt ein Personenname zugrunde. Noch auf dem Stadtplan von, 1803/04 wird sie als Kohlgarten angeführt. Diese Bezeichnung trug

3*

2& as

2