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Das Stadtbild von Goslar im Mittelalter / Karl Frölich
Entstehung
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in den Urkunden verschwindet, als apud sanctum Stephanum bele- gen bezeichnet wird. AR

Da kaum anzunehmen ist, daß auf die Wasserkraft der Stein- mühle alsbald verzichtet wurde, so spricht manches dafür, daß sich die Walkmühle in der Gosestraße mit der alten Steinmühle deckt. Die Nennung einer Stoben- und einer Mühlenstraße in der Nähe der Walkmühle könnte sich dann allerdings nicht auf die Untere Mühlenstraße beziehen, sondern nur auf die Gosestraße oder den östlichen Teil der früheren Badelebischen Straße. Damit stimmt es dann weiter überein, daß die erst später bezeugte Untere Mühlen- straße ihren Namen nicht der Walkmühle an der Gosestraße, son- dern der ihr gegenüberliegenden Kehlmühle entlehnt hat.

Als Querstraßen zwischen der Breitenstraße und der Korn- straße begegnen von der Judenstraße an im Stephanibezirk ver- schiedene kleinere Straßen, die Kniggenstraße, die Bolzenstraße, die Obere und Untere Kirchstraße, die südlich der Stephanikirche durch die Straße An der Stephanikirche verbunden sind, und die Dedeleberstraße.

Kniggen- und Bolzenstraße tragen ihre Namen erst seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. In ihnen leben Personenbezeichnungen fort.

Für die Kniggenstraße sind vorher andere, ebenfalls nach Per- sonennamen gebildete Ausdrücke belegt. Im 14. Jahrhundert heißt die Straße Pekstenstraße, vom Ende des 14. Jahrhunderts an wird dieser Name nach ‚dem huse, dar lechtenberch ynne wonet, ab- gelöst durch die Benennung Lichtenbergische Straße, die sich bis in das 19. Jahrhundert behauptet. Ferner tritt sie alsStraße bei Jakob Fischer hinein auf.

Die Bolzenstraße erscheint in den Nachrichten des 15. Jahr- hunderts als Hauptmannstraße, sie verdankt diesen Namen wohl einem hier wohnenden, aber nicht genauer festzustellenden Stadt- hauptmann. Sie führt ferner nach Mitgliedern der Patrizierfamilien Achtermann und Recke die Bezeichnungen Achtermann- und Rek- kenstraße. Nach einem in ihr seßhaften Klaus Wolter(Woltereck)_ wird sie seit dem 16. Jahrhundert in der Regel Wolterstraße oder Woltersstraße genannt. Hausbesitz der Familie Bolze in ihr veran- laßt dann einen abermaligen Namenswechsel, sie wird aber erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts zur Bolzenstraße umgewandelt.

Die Obere Kirchstraße ist die Pfarrstraße des Stephanibezirks. Sie wird im 17. Jahrhundert gelegentlich als Fortsetzung der Treib-