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Das Stadtbild von Goslar im Mittelalter / Karl Frölich
Entstehung
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rade in letzter Zeit im Schrifttum mehrfach behandelten Fragen näher einzugehen, da es für das Rosentor und die zu ihm hinfüh- rende Rosentorstraße in Goslar an jedem Anhaltspunkte fehlt, halbwegs gesicherte Vermutungen in einer der erwähnten Richtun- gen zu äußern, so daß auch die vergleichende Straßennamen- forschung nicht weiterzuhelfen vermag.

6. Das Stephanikirchspiel.

Der Stephanibezirk wird in der Längsrichtung von Westen nach Osten von der Breiten Straße als Hauptwegezug durchschnit- ten. Mit ihr laufen gleich nach Süden zu die Kornstraße, sodann einige dem Bette der Abzucht folgende Straßen und endlich die Glockengießerstraße. Nach Norden zu entspricht ihr zunächst der untere Teil der Bäckerstraße, den Abschluß bildet hier die Mauer- straße.

Zwischen der Glockengießerstraße und der Abzucht bestehen mehrere Querverbindungen in Gestalt der schon 1251 belegten, auf landwirtschaftliche Nutzung deutenden Köterstraße, an deren südlichem Ende der Köterturm stand, östlich von ihr der Straße am Trollmönch, die ihren Namen einer Niederlassung des Ordens der Trollbrüder, Lullarden oder Celliten an dieser Stelle verdankt, und etwas weiter unterhalb der Straße beim St. Annenhaus, auf die die Schielenstraße von der Fleischerbrücke her nach Süden zu stößt. Unweit der am Eingang in die Köterstraße an der Abzucht belege- nen Berlin-Kretzschmarschen Mühle, der früheren Pfeffermühle, nach dem St. Annenhospital zu sind in der Glockengießerstraße der obere und niedere Gadem, gewerbliche Baulichkeiten der Fleisch- hauer, und zwischen ihnen der Pfefferstoben zu suchen.

Der Abzucht entlang treffen wir bis zum Wasserloch am unte- ren Stadtrande auf beiden Seiten des Flusses auf die Bezeichnung an der Abzucht, die nur auf dem rechten Ufer zwischen König- straße und Köterstraße durch den Namen Abzuchtstraße im Tho- masbezirk abgelöst wird. Auf dem linken Flußufer führt in Höhe der Domstraße im Bogen von der Abzucht ab und an der Mündung der Schulstraße wieder dem Flusse an der Knochenhauerbrücke zu die schon genannte Knochenhauerstraße als Wohn- und Gewerbe- straße der Fleischer, deren Verkaufsstände sich am Fleischschar- ren befanden.

An der Kornstraße stand eine Anzahl von Kornlagerhäusern. Ihr unterer, zum früheren Gröpertor führender Teil hieß bis in das