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Das Stadtbild von Goslar im Mittelalter / Karl Frölich
Entstehung
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Als Grenze des Jakobibezirks nach Osten erscheint anstoßend an den Vogelsang und sich als dessen Verlängerung nach der Mauerstraße hin darstellend die StraßeIm Ziegenstall, die als ein Gegenstück zumSchafstall in der Nähe des Neuwerkklosters an der unteren Schilderstraße betrachtet werden kann.

Der Abschluß des Jakobikirchspiels nach Norden wurde be- wirkt durch eine in der Nähe der Stadtmauer verlaufende Straße, die zwischen Bäringerstraße und Kloster Neuwerk den Namen Hinter der Mauer trug und die sich östlich des Rosentores in der heutigen Mauerstraße(ursprünglich ebenfallsHinter der Mauer) fortsetzte. Wenn die StraßeHinter der Mauer von der Bäringer- straße bis zur Unteren Schildwache später als Zehntstraße auftritt, so geht dies auf das an der unteren Bäringerstraße belegene ehe- malige braunschweigische Zehntgebäude zurück. Für die Zehnt- straße begegnet zuweilen der AusdruckSchildwache, der sich bis zur Gegenwart in den beiden zur Schilderstraße führenden Straßen Obere und Untere Schildwache behauptet hat.

Die Straßen Obere und Untere Schildwache bildeten ursprüng- lich die Wegeverbindungen zu den Standorten der Wachtposten an der Stadtmauer, die ebenfalls in anderen Stadtteilen, so z. B. beim Kaiserhause, beim Frankenberger Kloster und in der Nähe der Petersilienstraße nachzuweisen sind, ohne daß damit ihre Zahl er- schöpft wäre.

Zwischen Schilderstraße, Untere Schildwacheund Bahnhofstraße schiebt sich der Bereich des Klosters Neuwerk mit seinen Baulich- keiten. Offenbar machte er schon zur Zeit der Gründung des Klo- sters gegen Ende des 12. Jahrhunderts einen besonderen Siedlungs- bezirk aus, der als Römerstraße, als platea Romanorum, als villa Romana oder als römisches Dorf in den Urkunden wiederkehrt und wohl mit einer Niederlassung fremder(italienischer) Kaufleute an dieser Stelle zusammenhängt. Man hat versucht, von hier aus den Namen des Rosentores als römisches Tor, Roschendor, Rosentor, zu erklären, was aber schwerlich zutrifft. Eher dürfte die Namen- gebung beeinflußt sein durch einen zum Kloster gehörigen Rosen- garten(ortus rosarum), nach dem die Neuwerkkirche auch als St. Mariae in horto(Mariengarten) vorkommt. Doch bestehen für die mitRosen zusammengesetzten Straßennamen immerhin noch verschiedene andere Deutungsmöglichkeiten, die sich z. B. auf das GrundwortRoß stützen oder die auf sonstigen Unterlagen be- ruhen können. Es erscheint aber nicht erforderlich, auf diese ge-

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