da
die Kettenstraße durch eine Kette abgesperrt gewesen sein soll. Möglich erscheint aber noch eine andere Deutung für die Namen. Die Frauenstraßen des Mittelalters sind, vielfach in. der Nähe der Stadtmauer verlaufend, ebenso wie die Rosenstraßen, häufig die- jenigen Straßen, in denen lose Frauen ihr Wesen trieben. Aus an- deren Orten ist überliefert, daß die Frauenstraßen umschreibend Bezeichnungen trugen, die mit dem Worte cat(Katze), das auch soviel wie Hure besagt, zusammengesetzt waren, wie z. B. Kätter- hagen, Kattenstraße usw. Da ein Teil der Frauen- oder Ketten- straße in Goslar zugleich„Am Rosenhagen“ hieß, und da in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft die Stadtmauer angrenzte, so wäre es nicht zu gewagt, in diesem Sinne'im Einklang mit anderweit ge- machten Beobachtungen ebenfalls die Goslarer Frauenstraße und ihre Umwandlung in eine Kettenstraße zu erklären, zumal, im Ge- gensatz zu einer anderen, noch zu erwähnenden Kettenstraße im Stephanibezirk, bei ihr von einem Abschluß der Straße durch eine Kette, wie sie sonst im Mittelalter aus Sicherheitsgründen nicht sehr selten vorkam, nichts bekannt ist. In der Frauenstraße gab es ebenfalls einen Stoben, den Frauenstoben, nach dem sie zuweilen als Stobenstraße bezeichnet wird.
Zwischen Kettenstraße und Bäringerstraße folgen von der Fran- kenbergerstraße aus die Beekstraße und die Friesenstraße. Von der Beekstraße und ihrem Zusammenhang mit dem Beeksystem wurde bereits gehandelt. Sie ist, wohl im Zusammenhang damit, vereinzelt (1482) auch als Wasserstraße(waterstrate) bezeugt. Einmal(1563) kommt sie als Schulzenstraße vor. Friesenstraßen sind in einer ganzen Reihe norddeutscher Städte nachweisbar. Sie lassen in der Regel auf Beziehungen zu friesischen Handelsleuten schließen, für die es in Goslar allerdings an urkundlichen Anhaltspunkten fehlt.
Zwischen Frankenbergerstraße, Beekstraße, Friesenstraße und der Straße Hintern Brüdern verlief eine ganze Reihe kleinerer, im einzelnen nicht genauer festzulegender Seitengassen, von denen eine, der früher im Volksmund sog. Arnkengang, zwischen Beek- und Friesenstraße, noch erhalten ist.
5.Das Jakobikirchspiel.
Im Jakobikirchspiel erscheint in der Richtung von Westen nach Osten als die Hauptwegeverbindung ein Straßenzug, der durch die Schilderstraße und in ihrer Fortsetzung die: Petersilienstraße ge- bildet wird. Die Schilderstraße nennt sich nach den Schildmachern


