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genannt. Ihr entspricht die Herlingstraße, in der der Herlingstoben stand. Oberhalb der Bertoldsmühle lenkt vom Fahrwege eine an- dere schmale Straße von der heutigen Gastwirtschaft„Zur Gar- küche‘““ ab nach der Stelle, wo die Abzucht in der Nähe des Schnei- derturmes in die Stadt eintritt. Sie heißt nach der neben dem Turm belegenen Martinskapelle auch Martinsstraße, nach dem benach-
barten Frauenhause Straße„by dem hurhuse“. Meist kommt sie—
wohl nach der Art ihrer Führung— als Fingerlingstraße oder Fin- gerenstraße vor. Eine weitere Bezeichnung ist Stobenstraße oder
Frankenbergische Stobengasse, die auf die Frankenberger Bad- stube an dieser Stelle zurückgeht. Vor einigen Jahren ist die Fin- gerlingstraße der Neuen Straße zugeschlagen, deren Ausgang nach der Bergstraße sie nunmehr bildet.
Sonstige in dieser Gegend vorhandene Stoben sind der Krengel- stoben und der Stoben zu der Logenbenke. Der Krengelstoben, der nach seinem Besitzer Ludeke Swengel auch als Swengelstoben be- zeichnet wird, scheint sich mit dem Herlingstoben zu decken.
Zweifelhaft ist, ob dies ebenfalls bei dem Stoben To der Logen-
benke der Fall ist. Der Name Logenbenke(— Lügenbank) weist auf einen, Stein hin, auf dem Verleumder zur Strafe öffentlich aus- gestellt wurden, und berührt sich mit dem sogen. Finkenstein, von dem in einer Anzahl norddeutscher Städte, z. B. in Lübeck, Lüne- burg und Hamburg, berichtet wird.
An den Frankenberger Plan stößt von der Peterstraße ab die Straße ‚Auf dem Beeke“. Hier ist der Ausgangspunkt des Beek- systems zu suchen, in ihrer Nähe hat auch die Vogt-Konrad- straße im Frankenberger Bezirk ihren Anfang genommen.
Von der unteren Ecke des Frankenberger Planes aus erstreckt sich in nördlicher Richtung auf den! Ziegen(Greif) platz zu die Ket- tenstraße, die, früher in ihrer ganzen Länge als Frauenstraße auf- tretend, im rechten Winkel auf die Bäringerstraße einmündete. Doch begegnet für den nach Osten umgebogenen Teil der Straße auch die Straßenbezeichnung Hintern Brüdern oder Brüderstraße nach dem hier befindlichen Brüdernkloster, einer Niederlassung der Franziskanermönche, der fratres minores oder Minderbrüder.
- Mit der Kettenstraße stand in Verbindung eine Straße, die sich in dieser Gegend an der Stadtmauer entlang zog und die als„de strate na der mhuren“ und„gegen der Mauer“ bezeichnet ist.
Der Name Frauenstraße wird in dem bisherigen Schrifttum auf die Klosterjungfrauen zum Frankenberge bezogen, während


