Druckschrift 
Das Stadtbild von Goslar im Mittelalter / Karl Frölich
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen

a

ebenfalls irgendwie mit der Vogt-Konradstraße berührenden, sie wohl schneidenden Gudemannstraße, die ihre Bezeichnung auf einen Angehörigen der ritterlich lebenden Familie Godemann oder Gudemann(Bonus) zurückführen dürfte. Nach einem an ihr er- richteten Hause Albrecht Sandwegs heißt sie auch Sant(Sander) wegest- oder Sauwegeststraße.

In der Nähe der Kreuzung der Schreiberstraße mit der Berg- straße stoßen wir auf den Großen und den Kleinen Reichenwinkel, bei denen namengebend der bauliche Schmuck der hier befind- lichen Häuser gewirkt hat oder der Umstand, daß Grundbesitz einer Bürgerfamilie Reiche in Frage kam. Auch eine Peter-Grimmen- straße ist vielleicht in dieser Gegend zu suchen.

In der heutigen Forststraße lebt durch vielfache Änderungen und

starke Entstellungen hindurch der im Volksmunde umgewandelte Name der alten Vogt-Konradstraße(Vogtstraße) im westlichen Stadtgebiet fort. Es kommen im 16. Jahrhundert Bezeichnungen wie Voch-, Vochs- und Voß-Straße, sowie Fuchsstraße vor. Bei den letzteren Namen ist möglicherweise die Tatsache wichtig gewor- den, daß in der Straße Mitglieder einer Familie Vos ansässig waren. Daneben hieß die Straße Eyslinge-, Eislick-, Eßlinge- oder Ese- lingestraße oder in noch mehr umgebogener Gestalt Deislingstraße und Deslingestraße, Neserlinges- oder Neßlingestraße, schließlich sogar Ewening-, Ebeling- und Eberingstraße. Diese Namen dürften zusammenhängen mit einem in der gleichen Gegend bezeugten, im ersten Archivregister der Stadt von 1399 erwähnten Hofgheheten de eselinghe, bei dem offensichtlich eine Verknüpfung mit einem alten Personennamen gegeben ist.

Die dann folgende Ziegenstraße hat ihre Bezeichnung von dem hier nachweisbaren Grundbesitz einer Familie Tzige oder Sige ent- lehnt. Nach einem in ihr wohnhaften Bergvogt Hinrik Holdes- hausen tritt sie gelegentlich auch als Bergvogtstraße auf.

Die von dem Südende der Ziegenstraße aus auf den Franken- berg zu führende Peterstraße verdankt ihre Benennung der in ihr belegenen Petersmühle, die ihrerseits mit der Kirche St. Petri auf dem Frankenberge in Verbindung steht.

Nach der Abzucht zu zweigt von der Bergstraße in ihrem oberen, in neuerer Zeit auch als Fahrweg bezeichneten Teile im Franken- berger Bezirk gegenüber der Schreiberstraße die Obere Mühlen- straße ab. Sie wird nach der in ihr betriebenen Bertoldsmühle oder Bartoldsmühle Bertolds(Bartolds) mühlenstraße oder Berldesstraße