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Ihre Festlegung im einzelnen bereitet infolge der an dieser Stelle eingetretenen völligen Umgestaltung des Stadtgrundrisses Schwie- rigkeiten. Wir müssen uns daher mit einer mehr allgemein gehal- tenen Schilderung begnügen. Die Egidienstraße und die Straße Zum Voshol verlaufen in der Nähe des Egidien-(Ottilien-, Sünti- lien-) Turmes an der Stelle, wo obere Bäcker-, obere Markt-, Bul- ken- und Bäringerstraße zusammenstoßen, der sogenannten Sper- lingsecke, deren Namen auf Hausbesitz einer Familie Sperling in dieser Gegend beruht. Die Egidienstraße dürfte mit der oberen Marktstraße vom Egidienturm bis zur Marstallstraße zusammen- fallen. Die Straße Zum Voshol, die sich mit der Vogt-Konradstraße kreuzt, ist benannt nach dem an ihr belegenen Hause des tüchtigen Stadtschreibers Henricus de Voshol, der zu Beginn des 14. Jahr- hunderts tätig war und der eine wichtige Rolle bei der Abfassung des großen Goslarer Stadtrechtes gespielt haben dürfte. Die Papen- oder Poppenstraße, auch gelegentlich als Pfarrstraße be- zeichnet, mündete auf die Bäckerstraße, sie entsprach der heutigen Marstallstraße. Es ist aber darauf hinzuweisen, daß noch eine wei- tere Marktpfarrstraße bezeugt ist, die, neben dem Bäckergildehause von der Marktstraße abzweigend, nach Westen zu dem hier bele- genen Marktpfarrhause führte und anscheinend auch eine Fort- setzung nach der Bulken- oder Bergstraße zu fand. Daß beide Marktpfarrstraßen im Marktbezirk miteinander in Verbindung standen, ist kaum anzunehmen. Die Berwinkelstraße verdankt ihren Namen jedenfalls einem Hof, den Ritter Gevehard von Bere- winkel um 1267 von dem Grafen von Regenstein zu Lehen trug, die sich mit ihr deckende Poppenborgstraße, wie bereits gestreift, dem Hause des Bürgers Konrad Poppenborg. Beide sind mit der Papen (Poppen)straße, der Marstallstraße der Gegenwart, identisch.
Der noch jetzt vorhandene Platz an der Einmündung der Mar- stallstraße in die Marktstraße wies die Namen Am Schilde, der auf die Form des Platzes hindeutet, ferner Rittermarkt, einmal— wohl verschrieben aus Rittermarkt— Niddermarkt, ferner Hundemarkt oder Hühnermarkt auf, für die, abgesehen von der Bezeichnung Am Schilde, eine sichere Erklärung nicht gegeben werden kann.
Als Abschluß-des Marktbezirks nach Westen erscheint die Bul- kenstraße, deren Namen auf einen Angehörigen des Geschlechts Bullic zurückgeht.
Im Norden wird die Marktanlage begrenzt durch die Bäcker- straße, wohl die Wohnstraße der Bäcker, deren Verkaufsstände am


