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Das Stadtbild von Goslar im Mittelalter / Karl Frölich
Entstehung
Seite
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hend kommt die Schwiecheldtstraße in neuerer Zeit anscheinend auch als Schulstraße vor.

Kehren wir wieder zum Schuhhofe zurück, so schließt sich an ihn in westlicher Richtung nach dem Frankenberge zu ein Gebiet an, in dem die Straßennamen Vogt-, Münz-, Marstall- und Vogt- Konradstraße in einer zunächst jeder Erklärung spottenden Weise durcheinandergehen. Der Grund für diese Unübersichtlichkeit ist darin zu erblicken, daß hier infolge der Beseitigung der Westgose und der von Westen nach Osten ziehenden Vogt-Konradstraße das Straßennetz grundlegend umgestaltet worden ist, und daß mit den Änderungen in der Wegeführung auch ein Wechsel in den Straßen- namen eintrat, der aber noch eine Zeit lang von der Erinnerung an den älteren Zustand überlagert wurde. Wichtig ist ferner, daß, wie wir schon sahen, parallel mit der heutigen, öfters ebenfalls als Mar- stallstraße bezeichneten Münzstraße eine zweite Marstallstraße nachweisbar ist. Es handelt sich um die sogenannte Hintere Mar- stallstraße, die sich etwa von dem Schneidergildehaus an der un- teren Marktstraße aus nach dem Marstall zu erstreckte. Es ist da- her möglich, daß sich die jetzige, nicht mit der Münzstraße dek- kende Marstallstraße als Fortsetzung der früherenMarstallshin- terstraße darstellt.

An die später verschwundene Hintere Marstallstraße sowie die Marktstraße reihen sich nach den Quellen dann weiter nach Westen zu mehrere Straßen an, die meist in der Nähe der Vogt- und Vogt- Konradstraße auf die Bäckerstraße stoßen, die andererseits aber auch Beziehungen zu der heutigen Marktstraße und der Bulken- straße erkennen lassen. Es treten in dieser Gegend die Ägidienstraße (Egidienstraße), die Papen-oder Poppenstraße und die Straße Zum Voshol auf. Weiter kommen vor eine Berwinkelstraße und eine Poppenborgstraße, die miteinander identisch sein werden, da im Jahre 1324 von einem Zins ‚in platea berewinkelstrate in domo

Conradi Poppenborghes die Rede ist.

Die Dinge dürften dabei so liegen, daß von der Münzstraße ab, außer der heutigen Marstallstraße, noch mehrere weitere kleine Querstraßen die Bäckerstraße bis zum Ägidienturm(Egidienturm) an ihrem oberen Ende mit der Marktstraße verbanden und ur- sprünglich wohl eine Fortsetzung jenseits der Marktstraße in der Richtung auf die früher hier begegnende Vogt-Konrad- sowie die Bulkenstraße aufwiesen.