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Promotionsordnung der Philosophischen Fakultät zu Gießen / erlassen vom Landesamt für das Bildungswesen am 9. Feburar 1926
Entstehung
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II. promotion zum Ooktor der Staatswiſſen⸗ ſchaften).

(Erlaß des Herrn Heſſiſchen Miniſters für Kultus und Bildungs⸗ weſen vom 10. Februar 1931.)

8 4.

Der Grad eines Doktors der Staatswiſſenſchaften(Doctor re⸗ rum politicarum) wird, ſofern nicht in den folgenden Paragraphen anders beſtimmt wird, unter den gleichen Bedingungen wie der phi⸗ loſophiſche Doktorgrad verliehen, wenn wirtſchaftliche Staatswiſſen⸗ ſchaften das Hauptfach bilden. Ein Nachweis lateiniſcher Kenntniſſe iſt nicht erforderlich.

Wiſll ein Dr. phil, noch den Grad des Dr. rer. pol, oder ein Dr. rer. pol. noch den Grad des Dr. phil. erwerben, ſo hat er eine neue Diſſertation und zwar aus einem anderen Hauptfach einzureichen und mindeſtens ein neues Nebenfach zu wählen.

§ 2.

Der Bewerber hat nachzuweiſen, daß er acht Semeſter an ſtaat lichen Aniverſitäten ſtudiert und den Grad eines Diplom⸗Volkswirts erlangt hat.

§ 3.

Von der Studienzeit, die auf einer techniſchen, landwirtſchaft⸗ lichen oder anderen gleichſtehenden Hochſchule verbracht iſt, können bis zu vier Semeſter angerechnet werden, wenn der Bewerber nach⸗ weiſt, daß er in dieſer Zeit auch ausreichenden wirtſchaftswiſſenſchaft⸗ lichen Studien obgelegen hat*).

§ 4. An Stelle der Diplomprüfung für Volkswirte können die erſte juriſtiſche Prüfung, ſowie die Prüfungen als Forſtreferendar, Berg⸗ referendar, Diplom⸗Landwirt, Diplom⸗Ingenieur, Diplom⸗Kaufmann und Diplom⸗Handelslehrer, ſowie eine entſprechende ausländiſche Prüfung treiten, falls der Bewerber nachweiſt, daß er 1. an zwei wirtſchaftswiſſenſchaftlichen Lebungen mit Erfolg teil⸗ genommen hat und

2. in den wirtſchaftswiſſenſchaftlichen Fächern von einem Fach⸗ vertreter ſowohl ſchriftlich wie mündlich mit Erfolg geprüft worden iſt.

*) Die Meldung iſt beim Oekan der zweiten Abteilung der Philoſophiſchen

Fakultät einzureichen.

**) Als Hochſchulen im Sinne des§ 3 gelten auch die Handelshochſchulen in Berlin, Königsberg, Leipzig, Mannheim und Rürnberg, die Hochſchule für Welt⸗ handel in Wien, ſowie die Handelshochſchule in St. Gallen.

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