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Treppenläufe hat ergeben, daß die Erzielung der erforderlichen Kopfhöhe an verſchiedenen Stellen auf Schwierigkeiten ſtößt und die Treppenanlage deswegen nicht einwandfrei iſt. Für die Beſucher des I. Ranges ſind an 4 Stellen Toiletten angeordnet, von denen 2 als überflüſſig zu bezeichnen ſein dürften. Zwiſchen dieſen Toiletten liegt über dem Ausgang des Parketts ein offener Balkon, der es den Beſuchern des J. Ranges ermöglicht, ins Freie hinauszutreten und auch bei Feuersgefahr einen erwünſchten Zufluchtsort bieten wird.
Für den II. Rang ſind 196 Sitzplätze geplant, die ſich auf 6 Sitzreihen verteilen. Die Umfaſſungswände des Zuſchauerhauſes an dieſer Stelle haben die Form eines Eies, deſſen Spitze in dem Bühnenhaus liegt. Dieſe Anordnung wird akuſtiſch vorteilhaft wirken. Die Konſtruktion guter Sehlinien für die an den Seiten des II. Ranges liegenden Plätze wird aber für die oberen Seitenplätze auf Schwierigkeiten ſtoßen. Die Beſucher des II. Ranges finden eine Garderobe von 11 m auf jeder Seite vor und wiederum 4 Kloſetanlagen, zwiſchen denen ein etwas zurücktretender Balkon im Freien liegt. An Stelle der Proſceniumslogen iſt an dieſer Stelle ein Orgeleinbau geplant, dem gegenüber der Organiſt Platz finden ſoll; dieſe Anordnung iſt jedoch nicht empfehlenswert. Ein Foyer für den II. Rang iſt, wie verlangt, nicht vorgeſehen.
Die Höhenentwicklung des Zuſchauerraumes iſt nicht ungünſtig. Der Verfaſſer verwendet eine vom Proſcenium anſteigende Decke, die nur den Nachteil hat, daß ſie in der Querrichtung zu ſtark tonnenartig gewölbt iſt.
Die Bühne beſitzt eine Tiefe von 10 m und eine Breite von 21 m, welch letztere als ein beſonderer Vorzug dieſes Projektes anzuſehen iſt. Die Hinterbühne ſelbſt iſt dagegen nur 8 m. breit und 6 m lang und von den Kuliſſenmagazinen in Form von 3 Räumen vollſtändig umbaut. Bei der Lage der Kuliſſenmagazine, von denen die beiden neben der Hinterbühne liegenden keine Fenſter beſitzen, dürfte es unmöglich ſein, Proſpekte bequem auf die Bühne zu ſchaffen.
In Höhe der Bühne liegen auf der einen Seite an einem nicht mit maſſiven Wänden umgebenen, ſonſt aber vorſchriftsmäßigen Korridor, das gewünſchte Konverſationszimmer und die Bureauräume für die Direktion mit der Tageskaſſe praktiſch und gut, auf der anderen Seite eine Statiſtengarderobe, die an dieſer Stelle zu Gunſten der Soliſtenzimmer hätte entbehrt werden können. Die Soliſtenzimmer ſind nämlich eine Treppe höher in einem Zwiſchengeſchoß angeordnet. In demſelben Geſchoß liegen auch die Chorgarderoben, während die Koſtum⸗ garderoben noch ein Geſchoß höher richtig angeordnet ſind.
Für die Wohnung des Kaſtellans hat der Verfaſſer einen eingeſchoſſigen Anbau ſeitlich vom Bühnenhaus geplant und auf dieſe Weiſe geſchickt, wenn auch etwas aufwendig, die Lage dieſer Wohnung im Kellergeſchoß vermieden. Der zweite Statiſtenraum liegt im Keller, der ferner das Möbelmagazin und den Requiſitenraum aufnimmt. Der Malerſaal liegt über einem Teil des Kuliſſenmagazins und der Hinterbühne und iſt ausreichend dimenſioniert. Dagegen iſt der Transport von Proſpekten oder ausgeſteiften Dekorationsſtücken zwiſchen Malerſaal und Kuliſſenmagazin wegen der Querrichtung des Malerſaals zu dem letzteren erſchwert. Für die Bühne ſelbſt iſt nur eine Unterkellerung angeordnet, die für den Betrieb der Verſenkungen und Gitterzüge nicht ausreichen wird. Der geplante Zugang vom Bühnenumgang zum Orcheſter iſt unzuläſſig und genügt auch den Forderungen nicht, da für das Orcheſter zwei Zugänge nötig ſind.
Wie in dem erſten Entwurf fehlen auch hier die Bühnenarbeitertreppen.
In der Außenerſcheinung bringt der Verfaſſer die halbkreisförmige Form ſeines Zuſchauer⸗ hauſes zum Ausdruck, er zeigt ferner die ſteigenden Fenſter ſeiner Rangtreppenhäuſer und iſt beſtrebt, durch eine großzügig angelegte Fenſterreihe ſein Foyer nach außen charakteriſtiſch aus⸗ zuſprechen, wie auch die Seitenfront durch die tiefe ſchattengebende Niſche über den ſeitlichen Parkettausgängen zu beleben. Die gewählte Formenſprache, die ſich im Weſentlichen an moderne Stilrichtungen anſchließt, iſt jedoch ohne beſonderen Reiz und vermag den mäßig gegliederten Aufbau mit ſeiner matten Linienführung in den Giebeln nur wenig zu verbeſſern.
Die Eintrittshalle des Entwurfs IV(Kennwort„ſtrahliger Stern“ gezeichnet]) iſt 11 m breit und 7 m tief; 2 m tiefe Windfänge und eine ausreichend bemeſſene und mit einem guten Bürgerſteig verſehene Unterfahrt liegen vor derſelben. Die Kaſſe liegt, wie in dem Entwurf I, an der Hinterſeite und zeigt infolgedeſſen inbezug auf den Betrieb die auch bei dem 1. Entwurf aufgeführten Nachteile.
An die Eintrittshalle ſchließt ſich der Umgang des Parketts, der an der Hinterwand des Zuſchauerraums den Beſtimmungen entgegen nur eine Breite von 2,40 m aufweiſt, während er an dieſer Stelle mindeſtens 3 m hätte breit ſein müſſen. Da an dieſer Stelle auch die


