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Die Vernichtung der katholisch-theologischen Fakultät in Gießen : ein dunkles Blatt in der neueren hessischen Geschichte : Vortrag im evangel. Männerverein / H. Steinwachs
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Amerika; beſprochen wurde außerdem: die Arbeit der Frauen für Frauen, das Projekt einer katholiſchen Univerſität in Irland, die Stellung der Preſſe zu den Freikirchen. Der Abend des 9. März vereinigte die Teilnehmer des Kongreſſes in einer großen enthuſiaſtiſchen Miſſionsverſammlung. Der nächſte Kongreß ſoll vom 14. bis 19. März 1899 in Liver⸗ pool ſtattfinden.

Nordamerika. Bekanntlich hat ſchon am 24. Septem⸗ ber 1896 eine in Buffalo zuſammengetretene Verſammlung in formloſer Weiſe einen Herrn Kaminski als Biſchof bezeich⸗ net. Allein bevor von einer Konſekration ernſtlich die Rede ſein konnte, kamen die Wähler zur Einſicht, daß ſich der Mann nicht eigne und proteſtierten bei Vilatte gegen die Vollziehung der Weihe. Hierauf entwarfen die unabhängigen Polen in Chicago eine Kirchenverfaſſung, organiſierten eine Synode und wählten am 7. Mai 1897 Herrn Ant. Stanislaus Kozlowski zum Biſchof derunabhängigen pol⸗ niſchen Diözeſe von Chicago. Dieſe in regelrechter Form vorgenommene Wahl wurde auch von den altkatholiſchen Bi ſchöfen Europas anerkannt und demgemäß Herr Kozlowski am 21. November 1897 konſekriert. Dies zu verhindern, hatte ſich Vilatte alle Mühe gegeben. Im Aerger über das Miß⸗ lingen ſeiner Intriguen ſchrieb Vilatte ſchon vor mehreren Wochen einem Geiſtlichen in Genf, daß er nun ſeinerſeits nach Belieben die biſchöfliche Konſekration erteilen werde. Er hat mit ſeiner Drohung Ernſt gemacht, indem er am 20. März 1898(4. Faſtenſonntag) unter großem weltlichen Gepränge den vorgenannten Kaminski, Pfarrer an der Kirche der Mutter des heiligen Roſenkranzes in Buffalo, zum Biſchof der Diözeſe von Buffalo konſekriert hat. Der zum Biſchof geweihte Herr Kaminski iſt ein Schleſier, geb. 29. De⸗ zember 1859. Er hat keine beſonderen Studien gemacht, aber den preußiſchen Militärdienſt abſolviert, kam dann nach Amerika, wo er als Laienbruder in einem Franziskanerkloſter ſein Leben friſtete. Nach ſeinem Austritt aus dem Kloſter weihte ihn Vilatte am 24. Auguſt 1894 ohne weiteres zum Prieſter. Herr Vilatte, der ſichErzbiſchof, Metropolit und Zrimas der Altkatholiken in Amerika nennt und gelegent⸗ lich auch den ſyriſchen TitelMar Timotheus I. führt, iſt wie hieraus erſichtlich nach Kräften beſtrebt, den Alt⸗ katholizismus zu kompromittieren. Es iſt das bedauerlich, denn mit Recht bemerkt dazu derKath., daß dieſe Vor⸗ gänge beweiſen, wie günſtig in Amerika der Boden der Or⸗ ganiſation unabhängiger katholiſcher Diözeſen wäre, wenn ſich nur die rechten Männer fänden, die die Leitung übernehmen könnten.

Mliszelle.

(Aberglauben in Berlin.) Ein Dienſtmädchen hatte einen jungen Mann St. lieb gewonnen. Dieſer ließ aber trotz der ihm zugeſandten Briefe nichts mehr von ſich hören. Die Betrogene klagte ihr Leid einer KartenſchlägerinDen wollen wir bald wiederkriegen, war die Antwort,ich habe Zauber⸗ mittel, die nie fehlſchlagen. Und nun begann der Zauber. Das Mädchen mußte eine weiße Taube kaufen und der Alten bringen. Die Taube wurde geſchlachtet, die Zauberin briet und verzehrte ſie. Nur das Herz erhielt das Mädchen mit dem Auftrage, es zu Hauſe zu verbrennen und die Aſche zu vergraben. Nach acht Tagen würde dann der Mann, der ihr dasgebrannte Herzeleid angethan habe, zu ihr zurückkehren. Das Mädchen, das der Alten für ihre Bemühungen 2 Mk. zahlen mußte, folgte der Weiſung. Aber St. kam nicht.Dann müſſen kräftigere Mittel angewendet werden, meinte jene. Zunächſt die Froſchkeule. Die Zauberin zeigte dem Mädchen eine ſolche, und da ſie von einem amerikaniſchen Froſch herrührte, mußte das Mädchen 3 Mk. dafür zahlen. Die Froſchkeule wurde verbrannt und vergraben. St. kam nicht. Nun waren

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größere Opfer zu bringen. Es wurden nun nach der Reihe die verſchiedenſten Zaubermittel zur Anwendung gebracht, ſo ein Handtuch zum Anbinden des St., Glückswurzeln zur Ausräucherung der Kammer des Mädchens, Liebestropfen und endlich ein Totenpulver. Für alles das mußte das arme Mädchen tüchtig zahlen, aber alles half nichts, der Geliebte kam nicht. Die Betrogene erſtattete endlich die Anzeige. Im Termin behauptete die Angeklagte, daß ſie von der Wirkſam⸗ keit ihrer Sympathiemittel um ſo mehr überzeugt ſei, da ſie dieſelben ſelbſt mit Erfolg gegen einen ihrer früheren Ehe⸗ männer, welcher reuig zu ihr zurückgekehrt ſei, angewendet habe. Sie berief ſich auf ihre halbtaube Aufwärterin darüber, daß viele Damen ihren Dank durch Geſchenke zu erkennen gegeben hätten, weil die Mittel ſich ſo glänzend bewährt hätten. Dies wurde allerdings von der Aufwärterin bekundet, aber auch, daß die Angeklagte ſich bisweilen über die Dummheit der Menſchen luſtig gemacht habe. Das Urteil lautete auf drei Monate Gefängnis.

Altkatholiſche Gemeinde Kattowitz.

Sonntags, den 1. Mai ds. Is., findet in Kattowitz die Einweihung der neuerbauten(alt) katholiſchen Kirche durch den hoch⸗ würdigſten Herrn Biſchof Dr. Weber aus Bonn ſtatt.

Zu dieſer Feſtfeier beehren ſich die unterzeichneten Gemeindekörper⸗ ſchaften hiedurch aufs freundlichſte einzuladen unter gleichzeitiger Mit⸗ teilung folgenden Programms:

1. Sonnabends, den 30. April, abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Max Wiener(Hoôtel de Prusse): öffentlicher Feſt⸗ und Familienabend mit einem Vortrag des hochw. Herrn Biſchofs und muſikaliſchen Vorträgen.

Zu dieſer Vorfeier haben Angehörige aller Konfeſſionen mit ihren Familien freien Zutritt..

2. Sonntags, den 1. Mai, vormittags 10 Uhr: Einweihungsfeier mit daran ſich ſchließendem Hochamt; Feſtpredigt des Herrn Biſchofs und Anſprache des Herrn Pfarrers K aminski aus Thiengen in Baden, des Gründers der Gemeinde.

3. Nachmittags 4 Uhr: Feſtmahl im Saale des Hôtel de Prusse. Preis des trockenen Gedecks 3 Mark.

Eine Liſte zum Einzeichnen liegt bis zum 30. April beim Herrn Max Wiener aus. Anmeldungen zu dem Feſtmahl nehmen auch die beiden unterzeichneten Vorſitzenden entgegen.

Der Kirchenvorſtand: Die Gemeindevertretung: Karl Müller, Max Gierth,

Vorſitzender u. Pfarrer. Vorſitzender.

Zu vorſtehender Einladung ſei noch Folgendes bemerkt:

Beſondere ſchriftliche Einladungen an die Mitglieder der Kattowitzer Gemeinde, an die auswärtigen Glaubensgenoſſen, Gemeinden und Herren Geiſtlichen mit Ausnahme der benachbarten ſchleſiſchen ergehen nicht.

Die Herren Geiſtlichen, die an den Einweihungsfeierlichkeiten teil⸗ zunehmen beabſichtigen, werden gebeten, Soutane, Chorrock, Kragen, Stola und Birett mitzubringen, ſowie die Zeit ihrer bezw. der Herren Deputierten Ankunft in Kattowitz unter gleichzeitiger Angabe der Namen derſelben dem Pfarrer Müller rechtzeitig mitzuteilen.

Am 1. Mai iſt der Eintritt in die Kirche nur gegen, Vorzeigung von Einlaßkarten geſtattet, die bei den unterzeichneten Vorſitzenden un⸗ entgeltlich zu haben ſind und von den auswärtigen Teilnehmern beim Familienabend oder vor dem Gottesdienſte in Empfang genommen werden können

Diejenigen Herren Geiſtlichen und Abgeordneten, welche an dem Montags, den 2. Mai, in der Gleiwitzer Gemeinde ſtattfindenden biſchöflichen Gottesdienſte und dem daran ſich ſchließenden Feſtmahl und Familienabend ſich zu beteiligen gedenken, wollen dies dem Pfarrer Müller zu Kattowitz oder direkt an den Vorſitzenden des Gleiwitzer

Kirchenvorſtandes, Herrn Profeſſor Ha wlitſchka vorher mitteilen.

Der Katholik,

ſchweizeriſches Organ für kirchlichen Fortſchritt, für 1898 in ſeinem 21. Jahrgang erſcheinend, kann jederzeit abonniert werden. Derſelbe erſcheint jeden Samſtag wenigſtens 8 Seiten ſtark. Gewünſchte Nummern werden nachgeliefert. Von früheren Jahr⸗ gängen ſind einzelne Nummern vergriffen. Abonnementspreiſe: Für die Schweiz Fr. 4 jährlich. Nach dem Ausland bei direkter wöchentlicher Franko⸗Zuſendung unter Kreuzband Frs. 8 pro Jahrgang. Im deutſchen Reichspoſtgebiet kann der Katholik zu Mk. 1.95 per Semeſter bei jeder Poſtſtelle abonniert werden.

Herausgeber und Redakteur: A. Gatzen meier. Kgl. Hof⸗ u. Univerſitäts⸗Buchdruckerei von Dr C. Wolf& Sohn in München.

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