126 Auszüge aus den in den Sitzungen
der Stifter des Kloſters Engelthal, der Ritter Werner Philipp von Büches, mit Spießgeſellen in eben dieſes Kloſter einbrach, die Abtiſſin mißhandelte und eine bedeutende Summe Geld raubte. Im dreißig— jährigen Kriege 1632 wurde Engelthal von den Schweden beſetzt. 1803 erfolgte ſeine Aufhebung.
Das vierte und letzte Ciſtercienſerkloſter in Oberheſſen, Marien⸗ ſchloß, iſt aus einer Klauſe entſtanden. Es wird 1337 in ein Nonnenkloſter O. C. durch Johann von Veldersheim, genannt von Rockenberg, umgewandelt. Seine Geſchichte entwickelt ſich ganz ähnlich wie die der übrigen Ciſtercienſerklöſter in unſerer Gegend. Auch in Marienſchloß war wie in Marienborn ein Verfall der Kloſterzucht gegen Ende des XV. Jahrhunderts eingetreten, muß aber hier viel ſchlimmer geweſen ſein, denn die Nonnen wurden 1466 wegen Verſchwendung und Ausſchweifung ausgetrieben und andere an ihre Stelle geſetzt. Kaiſer Max J. ſtellte das Kloſter 1516 unter den Schutz des Reiches. 1643 wurde es von den Schweden und 1645 von den Kaiſerlichen geplündert und ſeine Inſaſſen ver⸗ jagt. Auch dieſes fiel dem Reichshauptdeputationsſchluß zum Opfer.
Die Lebensweiſe in den Klöſtern war eine ſtreng geregelte. An der Spitze ſtand der Abt bezw. die Aebtiſſin. Letztere hatte als Beiſtand einen Propſt, der aus dem Convent von Arnsburg ernannt wurde. Dieſes Kloſter hatte außerdem die Aufſicht und die Viſita— tion der Nonnenconvente. Die bemerkenswertheſten Aemter ſind ferner der Prior, der Kellermeiſter, der Burſarius, der Novizen⸗ meiſter, der Pförtner u. ſ. f. In der Beſorgung der Küche wechſel⸗ ten die Mönche allwöchenilich, ebenſo bei verſchiedenen anderen Be⸗ ſchäftigungen. In den Nonnenklöſtern herrſcht genau dieſelbe Aemter⸗ vertheilung. Die Kloſtertracht war eine weißgraue Kutte mit ſchwarzem Scapulier. In die Klöſter wurden außerdem ſog. Con⸗ verſen, Laienbrüder, aufgenommen; in den Frauenklöſtern waren beide Geſchlechter unter den Converſen vertreten. Die Eintheilung des Tags fand nach gottesdienſtlichen Acten ſtatt, von denen die wichtigſten Mette, Prim, Meſſe und Completorium ſind. Dazwiſchen fanden die Mahlzeiten, die Abhaltung des Capitels und die Ver⸗ richtung der täglichen Arbeit ſtatt. Letztere beſtand in der älteren Zeit hauptſächlich in Feldarbeit, ſpäter wurde dieſe jedoch ganz den Converſen und Leibeigenen überlaſſen. Der Beſitz der Klöſter kam durch Schenkungen, Kauf und Tauſch zuſammen, ſowohl an Immo⸗


