124 Auszüge aus den in den Sitzungen
dem Glanze des Kloſters, deſſen Beſitzungen ſich bald derartig ver⸗ mehrten, daß ſie von der Lahn und Ohm zum Main und zur Kinzig, vom Vogelsberg zum Taunus reichten. Im Jahre 1219 kam Arnsburg unter den Schutz der Burg Friedberg, der es in An— erkennung des Schutzverhältniſſes alljährlich ein Paar Stiefel und ein Stück graues Tuch liefern mußte. Vier Jahre ſpäter übertrug Papſt Honorius III. dem Fürſtabt von Hersfeld den geiſtlichen Schutz über das Kloſter(d. h. der Fürſtabt hatte mit ſeiner kirchlichen Ge⸗ walt für das Kloſter einzutreten; eine Aufſicht über dasſelbe ſtand ihm nicht zu). 1313 wurde Arnsburg ſtark von der Peſt heimge⸗ ſucht, ſo daß die Mönche in dem benachbarten Wald hauſen mußten. 1314 wurden in der Naſſauer Fehde des Landgrafen Otto von Heſſen viele Kloſtergüter durch Ritter Heinrich von Calsmunt aus Rache für vermeintlich erlittenes Unrecht in empfindlicher Weiſe ver⸗ wüſtet. Dies Alles ſcheint nur gering gegen das, was das Kloſter in dem erbitterten- Kampfe zwiſchen den Landgrafen von Heſſen und dem Mainzer erzbiſchöflichen Stuhle in der erſten Hälfte des XV. Jahrhunderts erleiden ſollte. Die Truppen beider Parteien zogen beſtändig durch ſeine Güter, ihre traurigen Spuren überall zurücklaſſend. Der Kolnhäuſer Hof wurde beſonders geſchädigt. Als Johann von Naſſau auf den erzbiſchöflichen Stuhl gelangt war, forderte er vom Kloſter Arnsburg Subſidien, die ihm jedoch auf Grund der verbrieften Abgabefreiheit desſelben verweigert wurden. Die Folge war Verhängung von Bann und Interdict, die Beſetzung und Verwüſtung der Kloſtergüter durch Mainziſche Truppen. Da trat der Erzbiſchof von Trier, Werner von Falckenſtein, aus jenem Geſchlecht, das die Stifter des Kloſters beerbt hatte, für die be⸗ drängten Mönche ein; er ſchickte 800 Bewaffnete zum Schutz in das Kloſter, das die Verpflegung ſeiner Beſchützer kaum zu erſchwingen vermochte. Im weiteren Verlauf des heſſiſch⸗mainziſchen Krieges litt die Abtei viel von ritterlichen Räubern und Strauchdieben; es wurden ihr mehrere Höfe verbrannt, Vieh weggetrieben und die Ernte von ganzen Strichen durch Feuer vernichtet. Die Schulden, in die der Convent durch die ſchweren Zeiten geſtürzt wurde, konn⸗ ten im XVI. Jahrhundert abgetragen werden und die Abtei blühte zuſehends wieder auf. Der dreißigjährige Krieg brachte wieder arge Verwüſtungen und theilweiſe Zerſtörung von Kloſtergebäuden; der Abt mußte 1632 bis nach Clairvaux flüchten, nach ſeiner Rückkehr


