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Beleuchtung der Bemerkungen des Großh. Hess. Geh. Raths Herrn Dr.A.A.E. Schleiermacher über denjenigen Theil des für die Großh. Hess. Landesuniversität zu Gießen festgesetzten Studienplans, welcher die Candidaten des Gymnasiallehramts aus dem philologischen Gesichtspunkte betrifft. / von Dr. Friedrich Osann, Professor der Beredtsamkeit und Director des philologischen Seminars an der Großh. Hess. Landesuniversität zu Gießen
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prüfungen in philologiſcher Beziehung, ſo weit ſie zu beurtheilen mir Gelegenheit gegeben worden, ſelbſt auch niedrig geſtellten Anforderungen nicht entſprechen. Dieſe meine Erfahrung grün⸗ det ſich nicht auf einzelne Fälle, ſondern ich bin zur Erlaͤuterung und Bekräftigung der Thatſache verpflichtet hinzuzufügen, daß auch nur eine bei dem Gewöhnlichen ſtehenbleibende Kenntniß der Lateiniſchen Grammatik(von Griechiſcher will ich gar nicht ſprechen, noch weniger von ſtyliſtiſcher Gewandtheit, oder der Fertigkeit, die gewöhnlichſten Versarten ſcandiren zu können) in der Regel, vermißt wird, welche Mängel keines⸗ wegs durch etwaige beſondere Kenntniſſe in den antiken Realien ausgeglichen werden, ſo daß, wenn ein Maßſtab, wie er in ausländiſchen Anſtalten angelegt zu werden pflegt, hier ange⸗ wendet würde, die wenigſten das Zeugniß der Reife erhalten würden. Zur richtigen Würdigung dieſer Erſcheinung gehört außerdem die Bemerkung, daß dieſe Erfahrung von ſolchen Studierenden abgenommen iſt, welche ſich der Theologie oder Philologie zu widmen beſtimmt haben, und daher, wie dieß ge⸗ wöhnlich der Fall iſt, bereits während ihres Gymnaſialcurſus auf Philologie eine beſondere Aufmerkſamkeit gerichtet haben. Ich führe dieſe Thatſache, deren Gewicht mir nicht entgeht, nicht in der Abſicht an, um etwa die Einrichtung der geſetzlich ange⸗ ordneten Maturitätsprüfungen herabzuſetzen, oder gar Be⸗ ſchuldigungen und Anklagen anderer Art zu erheben. Die Gründe der angeführten Thatſache, die ich nur als ſolche zu betrachten habe, ſind mir nicht unbekannt, und wenn deren Erörterung nicht hieher gehört, ſondern dann zur Sprache kommen müßte, wenn ich einmal veranlaßt werden ſollte, von dem Zuſtand der philologiſchen Studien auf Gymnaſien und Univerſiät und zwar in Beziehung auf meine nun achtzehnjährige Amtsthätigkeit öffentlich Rechenſchaft zu geben, ſo genügt es für jetzt zu bemerken, daß dieſer Gegenſtand der Wahrheit gemäß und meiner Amtspflicht getreu zu wiederholten Malen geeigne⸗ ten Orts zur Sprache gebracht worden iſt, und daß ich ruhig darüber hinweg ſeben kann.

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