Druckschrift 
Bemerkungen über den Studienplan für die Grossherzoglich Hessische Landesuniversität zu Giessen / von Dr. A.A.E. Schleiermacher, Großh. Hess. Geh. Rath.
Entstehung
Seite
55
Einzelbild herunterladen

ſehr ge⸗ vor⸗ t in nden rift⸗ der Rö⸗ ſche ind. rden chen wer⸗ rach⸗ rlich indi⸗ Vor⸗ aäm⸗ man den con⸗ nen, ehrer erlich uſtet, athie tera⸗ ſchen alle vor⸗ chrift⸗ Statt ſich ſch ſo

ezieht

53

ſich bei ihm auf die alten Zeiten, mit Ausnahme der Univerſalgeſchichte, welche auch die mittleren und neueren Zeiten mitnimmt, und der Geſchichte der Philoſophie, bei welcher dieß vielleicht auch der Fall ſeyn könnte. Aber eine Geſchichte der allgemeinen Cultur, der Lite ratur im Abendland, eine Darſtellung der im Lauf der ſpäteren Jahrhunderte entſtandenen Verhältniſſe, das alles iſt nicht für den künftigen Gymnaſiallehrer gemacht, das braucht ihn auch ſpäter nicht zu bekümmern, da im Studienplan auch die leiſeſte Hinweiſung auf ſolche Dinge fehlt; er mag dafuͤr demnachſt ſeinen Schulern die Na⸗ men der Arabiſchen Dichter, Geſchichtſchreiber, Aerzte und Ausleger des Korans zu ihrer großen Erbauung vortragen.

Doch genug damit, denn leider muſſen wir nach dem Vorausgegangenen bekennen, daß wir die ganze Idee des Studienplans für die Candidaten des Gymnaſial⸗ lehramts aus dem philologiſchen Geſichtspuncte fuͤr völlig verunglückt halten. Gehen wir nun zu demjenigen für die Candidaten des Gymnaſtallehramts aus dem mathe⸗ matiſchen Geſichtspuncte, und zu dem Studium der ma thematiſchen und Naturwiſſenſchaften uͤberhaupt über.

Die Mathematik iſt eine Wiſſenſchaft, die fuͤr alle, welche zu ungefähr gleicher Befähigung darin gelangen wollen, einen gleichen Curſus vorausſetzt, da ihr Stu⸗ dium durch das anderer Wiſſenſchaften nicht unterſtützt wird, alſo mathematiſche Vorträge, welche dem Einen nöthig ſind, dem Andern nicht entbehrlich ſeyn können. Hiernach hätte man erwarten durfen, daß die Behörde, welche den Studienplan entworfen hat, und irgend einen Lehrplan als den zweckmäßigſten für den mathematiſchen Unterricht erkannt haben mußte, dieſen Lehrplan allen, welche Mathematik ſtudiren ſollen, vorgeſchrieben, ihnen allen denſelben Weg und dieſelbe Reihenfolge für ihre Studien bezeichnet hätte. Dem iſt indeſſen nicht ſo, wie