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Bemerkungen über den Studienplan für die Grossherzoglich Hessische Landesuniversität zu Giessen / von Dr. A.A.E. Schleiermacher, Großh. Hess. Geh. Rath.
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uͤber das alte Teſtament hören ſollen; und vorausſetzen darf man doch nicht, daß man beabſichtige, dieſe nur auf die Vulgata zu gründen. Wir glauben eher, daß man dabei von der Anſicht ausgegangen iſt, ein grund⸗ licherer Unterricht in der hebräiſchen Sprache, als er vielleicht auf dem Gymnaſium Statt gefunden haben möchte, würde zweckmäßig fuͤr die Studirenden ſeyn, zumal da unter I. dieſe Vorleſung mit dem Zuſatzmit den verwandten ſemitiſchen Dialecten aufgeführt wird, und dieſe ſo eine Berückſichtigung finden, deren Mangel bei den die evangeliſche Theologie Studirenden wir oben gerügt haben. Die Kirchengeſchichte dagegen ſoll nur in zwei Semeſtern vorgetragen werden, ein Curſus der offenbar unzureichend iſt. Im Ganzen genommen hat das katholiſche Deutſchland nie ſehr viel für die Cultur der Kirchengeſchichte gethan, während wir viele der aus⸗ gezeichnetſten zum Theil ſehr freimuthig geſchriebenen Werke über die Kirchengeſchichte dem franzöſiſchen Cle⸗ rus verdanken.

Eine Trennung zwiſchen der Symbolik und Dog⸗ matik, wie ſie bei den Proteſtanten üblich iſt, liegt weit weniger im Geiſt der katholiſchen Kirche; auch werden auf katholiſchen Univerſitäten ſeltener Vorleſungen über Symbolik Statt finden, als auf proteſtantiſchen, und die Profeſſoren es wahrſcheinlich vorziehen, Dogmatik und Symbolik in einer Vorleſung zu vereinigen, als wie es der Studienplan vorſchreibt, zwei Collegien daraus zu machen. Der von den Gründern der Reformation auf⸗ geſtellte, dann freilich für eine Zeitlang aufgegebene Grundſatz der Freiheit der Unterſuchung chriſtlicher Glau⸗ benslehren und des darauf gegruͤndeten Fortſchritts, iſt von den Proteſtanten ſeit der Mitte des vorigen Jahr⸗ hunderts immer mehr wieder in Anſpruch genommen wor⸗ den, weßwegen ſich die Dogmatik bei ihnen weiter von der Symbolik entfernen konnte, als bei den Katholiken.