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Bemerkungen über den Studienplan für die Grossherzoglich Hessische Landesuniversität zu Giessen / von Dr. A.A.E. Schleiermacher, Großh. Hess. Geh. Rath.
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wird, ſo hört der Friede in der Kirche auf, wir bekom⸗ men Altlutheraner, Strengreformirte, Unirte oder andere Confeſſionen und Namen. Die ſymboliſchen Lehren einer Kirche bilden natuürlich einen Theil der Dogmatik derſelben, und es genugt die Beruckſichtigung jener in dieſer voll⸗ kommen.

Von der ſymboliſchen Strenge ausgehend hat man auch den ſehr zweckmäßigen Vorleſungen über vergleichende Dogmatik, die ſich nach dem Vorgang des ſeligen Planck uberall geltend gemacht haben, in dem Studienplan den Namen vergleichende Symbolik beigelegt, der früher ab⸗ ſichtlich vermieden worden war. Die friedliche Neben⸗ einanderſtellung der dogmatiſchen auf ihre Symbole ge⸗ gruͤndeten Lehren der Katholiken, Lutheraner, Reformir⸗ ten, Remonſtranten und Unitarier war hier anſtatt der älteren Polemik in den Lehrcurſus eingeführt worden; es war ein Colleg vorzugsweiſe zur Verſöhnung der Parteien beſtimmt; hüten wir uns, daß wir ihm je wieder dieſen Character nehmen.

Der Studienplan für die katholiſche Theologie Stu⸗ direnden nimmt, wie der fuͤr die evangeliſche Theologie Studirenden, in den ſechs Semeſtern Exegeſe des Alten und Neuen Teſtaments auf, dazu aber noch in den beiden erſten Semeſtern einen Curſus der hebräiſchen Sprache. Da die Gymnaſien im Großherzogthum Heſſen unter einer gemeinſchaftlichen Behörde ſtehen, einerlei Lehrplan be⸗ folgen, keiner Confeſſion angehören ſollen, obſchon man an den einen bloß katholiſche, und an den anderen bloß proteſtantiſche Lehrer anſtellt, ſo muß es auffallen, daß der fuͤr die evangeliſchen Theologen entworfene Studien⸗ plan einen Curſus der hebräiſchen Sprache für unnöthig erklärt, derjenige für die katholiſchen Theologen ihn vor⸗ ſchreibt; es muß auffallen, daß dieſer Curſus ein Jahr lang dauert, wahrend zu gleicher Zeit die Studirenden, ehe ſie noch hebräiſch gelernt haben, exegetiſche Collegien